Bei saisonalen Vorhersagen wählt man deshalb einen anderen Ansatz. Man versucht nicht, einzelne Wetterereignisse vorherzusagen, sondern beschränkt sich auf das mittlere Wettergeschehen, also das "Klima". Es handelt sich hier somit um Klimavorhersagen. Nun wird das Klima durch eine ganze Reihe von äusseren Faktoren beeinflusst. Dazu zählen beispielsweise Bodenfeuchte und Schneebedeckung, vor allem aber der Zustand der Ozeane. Besonders sichtbar wird dies beim El-Niño-Phänomen (siehe auch El-Niño), wenn ungewöhnliche Meerestemperaturen im äquatorialen Pazifik vermehrte Niederschläge in Südamerika und Dürren in Australien bewirken. Wenn man also in der Lage ist, solche Faktoren korrekt zu prognostizieren, dann kann man auch Aussagen zur jahreszeitlichen Entwicklung des Klimas machen.
Wie funktioniert eine saisonale Vorhersage?
Die Güte saisonaler Vorhersagen ist in der Praxis nach wie vor limitiert. Die Modelle können die Realität nicht in ihrer ganzen Komplexität wiedergeben. Sie beruhen auf einer Reihe von Vereinfachungen. Ausserdem sind nicht alle Regionen der Erde in gleichem Masse durch die erwähnten Schwankungen beeinflusst. So sind saisonale Vorhersagen in tropischen Regionen relativ einfach, wohingegen gerade in Mitteleuropa das chaotische Hintergrund-Rauschen des normalen Klimas nahezu jedes Signal überdeckt. Dies gilt insbesondere für unseren Winter.
Alles in allem ist die saisonale Prognostik noch ein sehr junges Forschungsgebiet, auf dem derzeit intensiv gearbeitet wird. Deshalb kann in der Zukunft mit weiteren Verbesserungen gerechnet werden.
