MeteoSchweiz

Aktuelles zum Wettergeschehen

19. September 2007 / Bernd Konantz

 

Wetteraktive Kaltfront

 

Am 18.09.2007 überquerte eine wetteraktive Kaltfront die Schweiz südostwärts und leitete einen markanten Temperatursturz ein. In ihrem Vorfeld entwickelten sich teils kräftige Schauer und Gewitter.

 

Die Ausgangssituation am 17.09.2007

 

Satellitenbild vom 17.09.2007, 14 Uhr.

Abbildung 1: Satellitenbild vom 17.09.2007, 14 Uhr. Die Uhrzeiten aller Grafiken und Bilder sind in UTC, dies entspricht MESZ-2 Stunden.

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Die Schweiz lag auf der Vorderseite eines sich von Westeuropa her nähernden Tiefdruckgebiets. Dessen Kaltfront hat um 14 Uhr den Ärmelkanal überquert (siehe Abb. 1). Mit sich verstärkenden Südwestwinden wurde tagsüber zunehmend warme Luft zu den Alpen geführt. Gegen Abend und in der Nacht zum Dienstag sickerte in grösserer Höhe bereits kühlere Luft ein und labilisierte die atmosphärische Schichtung.

 

Satellitenbild vom 17.09.2007, 17 Uhr.

Abbildung 2: Satellitenbild vom 17.09.2007, 17 Uhr.

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Abbildung 2 zeigt die Lage der Kaltfront um 17 Uhr, also am späten Nachmittag. Sie liegt bereits kurz vor Paris. Über Mittel- und Südfrankreich haben sich in der labilen Atmosphäre erste Schauer- und Gewitterzellen entwickelt. Sie sind an der hochreichenden und bläulich schimmernden Bewölkung erkennbar. Mit der südwestlichen Höhenströmung wanderten die Schauer und Gewitter nach Nordosten und zogen am Abend und in der Nacht auf Dienstag über die Schweiz hinweg.

 

Kräftiges Gewitter über Zürich

Am späten Abend entwickelte sich im Napfgebiet ein für die Jahreszeit sehr kräftiges Gewitter. Es zog über Sempacher- und den Zürichsee hinweg zum Zürcher Oberland und erforderte von der MeteoSchweiz die Ausgabe einer Gewitter-Warnung.

 

Radarbild vom 17.09.2007, 22 Uhr.

Abbildung 3: Radarbild vom 17.09.2007, 22 Uhr.

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Radarbild vom 17.09.2007, 22:30 Uhr.

Abbildung 4: Radarbild vom 17.09.2007, 22:30 Uhr.

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Radarbild vom 17.09.2007, 23 Uhr.

Abbildung 5: Radarbild vom 17.09.2007, 23 Uhr.

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Radarbild vom 17.09.2007, 23:30 Uhr.

Abbildung 6: Radarbild vom 17.09.2007, 23:30 Uhr.

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Radarbild vom 17.09.2007, 24 Uhr.

Abbildung 7: Radarbild vom 17.09.2007, 24 Uhr.

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Die Abbildungen 3 bis 7 zeigen die vom Napfgebiet über den Zürichsee in Richtung Bodensee ziehende Gewitterzelle.

 

Bis zum Dienstagmorgen gefallene Niederschlagsmengen

 

Niederschlagsmengen bis Dienstagmorgen.

Abbildung 8: 24-stündige Niederschlagsmenge bis Dienstagmorgen.

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In Abbildung 8 ist die in Verbindung mit den präfrontalen Schauern und Gewittern gefallene Niederschlagsmenge bis Dienstagmorgen dargestellt. Um diese Zeit hat die Kaltfront bereits den Jura erreicht. Niederschlagsschwerpunkt war die Westschweiz und das Tessin, wo 62.6 bzw. bis 75.9 Liter Regen registriert wurden.

 

Der Kaltfrontdurchgang

 

Temperatur und Windrichtung auf dem Chasseral und dem Napf.

Abbildung 9: Temperaturverlauf und Windrichtung auf dem Chasseral und dem Napf.

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Abbildung 9 zeigt sehr eindrucksvoll den Durchgang der Kaltfront auf dem Chasseral (kurz nach 6 Uhr) und ca. zweieinhalb Stunden später auf dem Napf. Die Temperatur in 2 m Höhe ging schlagartig zurück, gleichzeitig erfolgte mit Passage der Kaltfront ein zyklonaler Windsprung von Südwest auf Nordwest.
Mit Frontdurchgang wurden auch die höchsten Windböen registriert: schweizweiter Spitzenreiter war der Chasseral mit 114 km/h gefolgt vom Säntis (106 km/h). Im Mittelland erreichten die Böen 50 bis 60 km/h.
Im Laufe des Nachmittags zog die Kaltfront nach Südosten ab und im Tessin kam Nordwind auf. Hier erreichten die Böenspitzen in den Tälern 80 km/h, auf dem Monte Generoso wurden 108 km/h gemessen.

 

Bis Mittwochmorgen gefallene Niederschlagsmengen

 

Niederschlagsmengen bis Mittwochmorgen.

Abbildung 10: 24-stündige Niederschlagsmenge bis Mittwochmorgen.

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Die im Verlaufe des Dienstags nach Südosten abziehende Kaltfront sowie die nachfolgend einsetzende Schauertätigkeit ergaben die in Abbildung 10 abgebildeten Niederschlagssummen. Niederschlagsschwerpunkt waren der Alpennordhang, Teile des Tessins sowie Nord- und Mittelbünden mit 20 bis fast 30 Liter Niederschlag.

 

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