Nachdem am Mittwoch der Vorwoche noch vielerorts ein Sommertag mit Temperaturen über 25 Grad registriert wurde, erreichte in der Nacht auf den 12. Oktober eine Kaltfront die Schweiz und sorgte für stürmische Winde und in den Alpen für den ersten Wintereinbruch. Bis am Abend sank die Schneefallgrenze bis gegen 1300 Meter ab.
(Aktualisierung am Mittwoch 14. Oktober 2009: Böenspitze Quinten und letzte Schneemessungen)
Abbildung 1: Blick vom Murtel im Oberengadin (2700 m.ü.M.). Oben am 12. Oktober um 12 Uhr, unten am Vortag um 12 Uhr.
Die Wetterlage
Abbildung 2: Die Höhenkarte von 300 hPa (entspricht ca. 9000 m.ü.M.) mit dem Geopotential (schwarze Linien) und den Windgeschwindigkeiten (farbige Flächen) zeigt den direkt auf die Alpen gerichteten starken Höhenwind (Jetstream).
Abbildung 3: Radiosondierungen von Payerne von 00z (schwarz) und 12z (grün) vom 12. Oktober. Die Abkühlung vom Boden bis zu etwa 370 hPa (7500 m.ü.M.) ist gut zu erkennen.
gross.png, 265 KBStürmische Winde
Die Kaltfront sorgte auf der Alpennordseite für einen kräftigen Druckanstieg und damit für stürmische Winde (siehe Abbildung 4). Im Flachland wurden verbreitet 60 bis 80 km/h gemessen. Die höchsten Böenspitzen in den Niederungen sind in den nördlichen Voralpentälern zu suchen. So wurden Beispielsweise in Altdorf 100 km/h, oder in Glarus 95 km/h gemessen (siehe Abbildung 5). Solche Windspitzen sind für einen Herbststurm jedoch nichts Aussergewöhnliches (Weitere Hintergründe zu extremen Windereignissen in der Schweiz sind hier zu finden). Der Messwert von 150 km/h in Quinten am Nordufer des Walensees ist hingegen als aussergewöhnlich hoch einzustufen und wurde seit Messbeginn im Februar 1993 an dieser Station erst einmal überboten, am 9. August 1999 (156 km/h). Anwohner in Quinten bestätigten zumindest qualitativ das sehr kurzzeitige Auftreten von heftigen Böen am frühen Morgen des 12. Oktobers 2009. Dabei wurden Blumenkisten herumgewirbelt und vereinzelt Bäume geknickt, unter anderem ein 90-jähriger Ahornbaum. Die Genauigkeit des Messinstrumentes bei derart hoher Windgeschwindigkeit liegt in der Grössenordnung von 3%, wir gehen von einem korrekten Messwert aus. Diese Böenspitze ist jedoch nicht für ein grösseres Gebiet repräsentativ und widerspiegelt die komplexen Windverhältnisse in einem typischen, topographisch reich gegliederten Voralpental.
Abbildung 5: Druckverlauf (unten) und Böenspitzen vom 11. und 12. Oktober 2009 an den Stationen Altdorf und Glarus.
gross.jpg, 64 KBWintereinbruch in den Bergen
Abbildung 6: Böenspitzen (oben) und Temperatur (unten) an den Bergstationen Chasseral (1594m.ü.M.) und Jungfraujoch (3580 m.ü.M.).
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Messstation |
Höhe m.ü.M. |
Neuschnee (Dienstag) |
Neuschnee (Mittwoch) |
Gesamtschnee (Mittwoch) |
| Motta Naluns | 2150 | 30 | 11 | 41 |
| Weissfluhjoch | 2540 | 30 | 13 | 45 |
| Samnaun | 1750 | 27 | - | - |
| St. Antönien | 1510 | 25 | 29 | 47 |
| Glattalp | 1850 | 25 | - | - |
| Arosa | 1818 | 21 | 15 | 35 |
Abbildung 7: Neuschneehöhen in cm (24h) sowie Gesamtschnee vom Dienstag- und Mittwochmorgen, 13. und 14. 10.09, 8 Uhr (Quelle: Meteoschweiz/SLF)
Abbildung 7: Erster Termin mit einer Schneedecke von mindestens 20 cm auf dem Grimsel-Hospiz der Periode 1964/65 - 2008/09. Der Termin des ersten Termins mit einer Gesamtschneehöhe von 20 cm ist jeweils als Tag im Jahr ab dem 1. Januar dargestellt. Als Orientierungshilfe ist der 15 Oktober eingezeichnet (rote Linie). Man beachte, dass im Diagramm der Winter der Jahrzahl des Winter-Endes zugeordnet wird. Der Winter 2008/2009 wird also der Jahrzahl 2009 zugeordnet.
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