MeteoSchweiz

Aktuelles zum Wettergeschehen

23. März 2007 / Thomas Egli, Patrick Hächler, Andreas Hostettler

 

Späte Starkschneefälle am 23. März 2007

 

Winterlicher Frühlingsbeginn

Von Donnerstag, 22. März 2007 bis Freitag, 23. März 2007 fielen in diversen Gebieten der Deutschschweiz markante Neuschneemengen. Die Weichen für diese Entwicklung sind allerdings bereits zum Wochenanfang gelegt worden. In der Nacht auf Montag erreichte eine Kaltfront den Alpenraum und beendete eine länger anhaltende warme Periode. Sie leitete die Zufuhr arktischer Luft ein, welche die ganze Woche hier liegen bleiben sollte. Ein umfassender und markanter Höhentrog mit hochreichender Kaltluft etablierte sich über Mitteleuropa. Auf Dienstag bildete sich dann über Norditalien ein Bodentief, welches über längere Zeit stationär blieb. Durch seine zyklonale Drehbewegung wurde auf Dienstag bereits ein erster Schwall stark angefeuchteter Luftmassen gegen den Alpennordhang geführt. Durch das topographisch erzwungene Aufgleiten dieser feuchten Luftmassen fielen vor allem im Alpsteingebiet und in der Zentralschweiz bis zu einem Meter Neuschnee und im Flachland lokal gegen 30 cm. Abbildung 1 zeigt die synoptische Übersicht vom Mittag des 20. März. In der Folge bildete sich aus dem erwähnten Höhentrog ein sogenannter „Cut-off“. Darunter versteht man das Abtrennen eines Höhentiefs aus dem Trog. Durch diesen Vorgang verlor die allgemeine Strömung einen Grossteil ihrer Dynamik, und das Höhentief blieb bis am Freitag recht stationär über Mitteleuropa liegen. So wurden am Mittwoch und Donnerstag immer wieder Staffeln angefeuchteter Luft dem Alpenraum zugeführt, die Niederschlagsmengen blieben jedoch in allen Regionen gering.

 

Abb. 1: Wetterkarte vom 20.03.07

Abb. 1: Wetterkarte vom 20.03.07

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Das änderte sich jedoch am späteren Donnerstagabend, als neue Schneefälle einsetzten. (Abbildung 2 zeigt die Wetterlage vom Donnerstag Mittag.) Die Schneefälle wurden dadurch hervorgerufen, dass das erwähnte Haupttief mit Zentrum über dem Balkan ein kleines Randtief von der Ostsee gegen den Alpenraum steuerte. Dies bewirkte, dass sich etwas mildere und feuchtere Luft über die im Flachland der Alpennordseite liegende Kaltluft schob und dabei starke Schneefälle auslöste.

 

Abb. 2 Wetterkarte vom 22.03.07

Abb. 2: Wetterkarte vom 22.03.07

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Aufgrund der Niederschlagsssummen aus dem Radarkomposit von MeteoSchweiz (Abb. 3) sind folgende Niederschlagsschwerpunkte auszumachen:

  • Entlang der westlichen Voralpen und in den angrenzenden Mittellandgebieten
  • Emmental und Entlebuch
  • Solothurner- und Basler Jura
  • Mittelland vom Kanton Aargau bis zum Bodensee
  • Vom Zugerland bis zum Albis
  • Toesstal und Teile des Toggenburgs

 

Abb. 3: Radarniederschlagssummen

Abb. 3: 24 stündige Niederschlagssummen aufgrund des Radarkomposits von MeteoSchweiz vom 22.03. 18 Uhr bis 23.03. 18 Uhr

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Radarsummenkarte Deutschschweiz 22.03.07 17Z-23.03.07 17Z

Radarsummenkarte Deutschschweiz, überlagert auf Google Earth

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Die Neuschneemengen fielen allerdings bis zur offiziellen Messzeit am Freitag Morgen um 7.00 Uhr Lokalzeit sehr unterschiedlich aus (siehe Abb. 4). In tiefen Lagen regnete es besonders zu Beginn der Niederschläge. Zudem gab es zum Teil auf kürzester Distanz grosse Unterschiede bei den Niederschlagssummen.

 

Abb.4: Schneemessungen von 23.03.07

Abb. 4: Schneemessungen vom 23.03.07

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Aussergewöhnliche Neuschneesummen

Wie aussergewöhnlich sind solche Schneefälle in der zweiten Märzhälfte? Gundsätzlich sind Schneefälle bis in die Niederungen der Alpennordseite zu dieser Jahreszeit ziemlich normal. Neuschneemengen von 10 cm oder mehr sind aber sehr selten. In Zürich lassen sich seit 1931 4 solche Tage, in Bern deren 2 finden. Aber auch der April kann durchaus noch mit solchen Ereignissen aufwarten. Am 6. April 2006 wurden in Tänikon, TG 12 cm Neuschnee gemessen. Basel Binningen registrierte am selben Morgen 6 cm Neuschnee, was für diese Station seit 1931 die dritthoechste  April Neuschneesumme bedeutete. Aussergewoehnlich war der 1. April 1952, als auf dem Messfeld von Zürich 25 cm Neuschnee lagen.

 

In erhöhten Lagen sind erigebige Spätschneefälle natürlich häufiger: St.Gallen meldete z.B. am 25. März 2004 41 cm Neuschnee, und Langnau i.E. am 22. April 2001 27 cm.

 

Photogalerie

 

Instrumentengarten

Der Instrumentengarten von MeteoSchweiz Zürich (Quelle: B. Klingler)

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Schneeräumung am Zürichberg

Schneeräumung am Zürichberg (Quelle: B. Klingler)

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Erschwerte meteorologische Messungen

Erschwerte meteorologische Messungen (Quelle: B. Klingler)

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Neuschnee auf der Hulftegg

Hulftegg 954 m/üM, 46 cm Schnee, Dienstag, 20. März 2007 (Quelle: A. Hostettler)

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Zugeschneite PWs in Stein, Toggenburg

Zugeschneite PWs in Stein, Toggenburg (Quelle: A. Hostettler)

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Tiefer Winter auf der Schwägalp

Tiefer Winter auf der Schwägalp (Quelle: A. Hostettler)

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Starkschneefall in Oberiberg

Starkschneefälle in Oberiberg, Dienstag, 20. März 2007 (Quelle: Albert u. Stefan Marty)

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Starkschneefälle in Oberiberg

Starkschneefälle in Oberiberg, Dienstag, 20. März 2007 (Quelle: Albert u. Stefan Marty)

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Starkschneefälle in Oberiberg

Starkschneefälle in Oberiberg, Dienstag, 20. März 2007 (Quelle: Albert u. Stefan Marty)

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Seewen SO, 550MM, 25-30cm Schnee

Seewen SO, 550 m/üM, 25-30cm Schnee, Freitag, 23. März 2007 (Quelle: Mike Tscharner)

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Gempen SO 670 m/üM, 30-35cm Schnee

Gempen SO 670 m/üM, 30-35cm Schnee, Freitag, 23. März 2007 (Quelle: Mike Tscharner

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Homberg SO auf 700 m/üM 40-45cm Schnee

Homberg SO auf 700 m/üM 40-45cm Schnee, Freitag, 23. März 2007 (Quelle: Mike Tscharner)

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Skitour auf den Zürichberg

Skitour auf den Zürichberg, Freitag, 23. März 2007 (Quelle:Cyrill Rüegger)

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Tiefverschneiter Zürichberg

Zürichberg, Freitag, 23. März 2007: knapp 50 cm Neuschnee auf 665 m/üM (Quelle: Cyrill Rüegger)

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Schneeverwehungen am Albis

Schneeverwehungen am Albispass, Freitag, 23. März 2007 (Quelle: D. Gerstgrasser)

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Photogalerie

Winterimpression vom Zürichberg

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