Winterlicher Frühlingsbeginn
Das änderte sich jedoch am späteren Donnerstagabend, als neue Schneefälle einsetzten. (Abbildung 2 zeigt die Wetterlage vom Donnerstag Mittag.) Die Schneefälle wurden dadurch hervorgerufen, dass das erwähnte Haupttief mit Zentrum über dem Balkan ein kleines Randtief von der Ostsee gegen den Alpenraum steuerte. Dies bewirkte, dass sich etwas mildere und feuchtere Luft über die im Flachland der Alpennordseite liegende Kaltluft schob und dabei starke Schneefälle auslöste.
Aufgrund der Niederschlagsssummen aus dem Radarkomposit von MeteoSchweiz (Abb. 3) sind folgende Niederschlagsschwerpunkte auszumachen:
- Entlang der westlichen Voralpen und in den angrenzenden Mittellandgebieten
- Emmental und Entlebuch
- Solothurner- und Basler Jura
- Mittelland vom Kanton Aargau bis zum Bodensee
- Vom Zugerland bis zum Albis
- Toesstal und Teile des Toggenburgs
Abb. 3: 24 stündige Niederschlagssummen aufgrund des Radarkomposits von MeteoSchweiz vom 22.03. 18 Uhr bis 23.03. 18 Uhr
gross.gif, 65 KBDie Neuschneemengen fielen allerdings bis zur offiziellen Messzeit am Freitag Morgen um 7.00 Uhr Lokalzeit sehr unterschiedlich aus (siehe Abb. 4). In tiefen Lagen regnete es besonders zu Beginn der Niederschläge. Zudem gab es zum Teil auf kürzester Distanz grosse Unterschiede bei den Niederschlagssummen.
Aussergewöhnliche Neuschneesummen
Wie aussergewöhnlich sind solche Schneefälle in der zweiten Märzhälfte? Gundsätzlich sind Schneefälle bis in die Niederungen der Alpennordseite zu dieser Jahreszeit ziemlich normal. Neuschneemengen von 10 cm oder mehr sind aber sehr selten. In Zürich lassen sich seit 1931 4 solche Tage, in Bern deren 2 finden. Aber auch der April kann durchaus noch mit solchen Ereignissen aufwarten. Am 6. April 2006 wurden in Tänikon, TG 12 cm Neuschnee gemessen. Basel Binningen registrierte am selben Morgen 6 cm Neuschnee, was für diese Station seit 1931 die dritthoechste April Neuschneesumme bedeutete. Aussergewoehnlich war der 1. April 1952, als auf dem Messfeld von Zürich 25 cm Neuschnee lagen.
In erhöhten Lagen sind erigebige Spätschneefälle natürlich häufiger: St.Gallen meldete z.B. am 25. März 2004 41 cm Neuschnee, und Langnau i.E. am 22. April 2001 27 cm.
Photogalerie
Starkschneefälle in Oberiberg, Dienstag, 20. März 2007 (Quelle: Albert u. Stefan Marty)
gross.jpg, 187 KBStarkschneefälle in Oberiberg, Dienstag, 20. März 2007 (Quelle: Albert u. Stefan Marty)
gross.jpg, 227 KBStarkschneefälle in Oberiberg, Dienstag, 20. März 2007 (Quelle: Albert u. Stefan Marty)
gross.jpg, 232 KBSeewen SO, 550 m/üM, 25-30cm Schnee, Freitag, 23. März 2007 (Quelle: Mike Tscharner)
gross.JPG, 334 KBHomberg SO auf 700 m/üM 40-45cm Schnee, Freitag, 23. März 2007 (Quelle: Mike Tscharner)
gross.JPG, 336 KBZürichberg, Freitag, 23. März 2007: knapp 50 cm Neuschnee auf 665 m/üM (Quelle: Cyrill Rüegger)
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