23. Januar 2006 / Daniel Gerstgrasser
Nachdem in der vergangenen Woche in Moskau Temperaturen von -30 Grad registriert wurden, hat sich die Kältewelle nun weiter Richtung Westen ausgedehnt. So wurden am Montagmorgen in Teilen von Polen Tiefstwerte um -30 Grad gemessen. Am kältesten war es mit -32 Grad an der Station Sulejow (189 m, ca. 125 km südwestlich von Warschau gelegen) gemessen. Auch Ostdeutschland wurde von der Kältewelle erfasst, am frühen Morgen zeigten die Thermometer -15 bis -20 Grad.
Bild 1: Minimumtemperaturen einiger europäischer Messstationen vom Montag, 23. Januar 2006
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Hohe Luftdruckwerte
Im Kernbereich des Kältehochs ist der Luftdruck in Polen auf knapp über 1050 Hektopascal angestiegen. Dieser Wert ist für europäische Verhältnisse recht hoch.
Bise sorgt auch in der Schweiz für eine Abkühlung
Mit auffrischender Bise gingen die Temperaturen auch auf der Alpennordseite deutlich zurück. Obwohl die Nacht auf den Montag weitgehend stark bewölkt war, sanken die Temperaturen in der Ostschweiz bereits um 6 Grad, in St. Gallen wurden am frühen Morgen -7.4 Grad gemessen.
Es wird noch kälter
In der Nacht auf den Dienstag wird die Bise allmählich schwächer, ausgedehnte Hochnebelfelder dürften vorerst noch für eine Dämpfung der Abkühlung sorgen. Für die Morgenstunden erwarten wir im Flachland Tiefstwerte von -6 bis -12 Grad. Die Nacht auf den Mittwoch könnte dann grösstenteils klar verlaufen. Während sich in höheren Lagen aufgrund der Absinkbewegung im Hochdruckgebiet bereits wieder wärmere Luftmassen durchsetzen, dürften die Tiefstwerte im Mittelland recht verbreitet gegen -10 Grad sinken.
Bild 3: Hier ist das ungefähre Herkunftsgebiet der Luftmassen erkennbar, welche am Dienstag, 24. Januar gegen Mittag die Region Zürich erreichen. In den unteren Luftschichten (rot markiert) fliesst die Kaltluft via Tschechien und Österreich zu uns.
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Neuer Kaltluftvorstoss in der zweiten Wochenhälfte?
Die momentanen Modellberechnungen zeigen für die zweite Wochenhälfte über der Schweiz einen neuen Kaltluftvorstoss. Dieser dürfte einerseits auch im Flachland etwas Schnee bringen, anderseits könnten die Minimumtemperaturen in der Folge auf noch tiefere Werte in der Grössenordnung von -15 bis lokal -20 Grad absinken. Damit dies auch wirklich eintritt, müssen folgende Bedingungen eintreffen: Der Boden sollte schneebedeckt sein, die Bewölkung muss aufreissen und schliesslich sollte auch der Wind abflauen. Ob alle diese Voraussetzungen gleichzeitig erfüllt sein werden, ist zurzeit aber noch fraglich.