Am Sonntagvormittag lassen die Schneefälle vorübergehend etwas nach. In der Nacht auf Montag werden mit sinkender Schneefallgrenze nochmals etwa 15-30 cm Neuschnee erwartet.
Freitag, 9. November: Kaltfrontdurchgang mit viel Wind
Begleitet war der Frontdurchgang von starken bis stürmischen Westwinden. Die Böenspitzen lagen im Mittelland bei 60-80 km/h, in den Alpentälern bei 80-100 km/h und auf den Bergen sowie auf den Jurahöhen zwischen 100 und 150 km/h.
Einsetzender Stau am Alpennordhang und Nordwind im Tessin
Samstag, 10. November: Warmfront mit intensiven Schneefällen
Satellitenbild mit Höhenströmung am Samstagmittag: Nördlich der Alpen ist die kompakte Bewölkung mit dem Randtief zu erkennen. Ueber der deutschen Bucht liegt aufgelockerte Kaltluftbewölkung. Die Warmfront liegt über Benelux und Grossbritannien. Im Lee der Alpen wolkenlos.
gross.jpg, 156 KBSchliesslich folgte am späteren Abend eine weitere Warmfront. Sie verstärkte die Niederschläge nochmals und liess die Schneefallgrenze von Nordwesten her auf 800-1200 m.ü.M. ansteigen.
Aussergewöhnlich grosse Neuschneemengen in den Bergen
Am stärksten von den Schneefällen war der zentrale und östliche Alpennordhang betroffen. Dort fiel zwischen Freitagmorgen und Sonntagmorgen (48 Stunden) oberhalb 1000 m.ü.M. vielerorts ein halber Meter Neuschnee. In speziell günstig gelegenen Staugebieten konnte sogar gegen einen Meter beobachtet werden.
Die 24-stündigen Neuschneesummen vom Sonntagmorgen betrugen in Davos 62 cm und auf dem Weissfluhjoch 68 cm. In Davos ist ein solcher Wert im November 1952 letzmals gemessen worden. Auf dem Weissfluhjoch findet man keine vergleichbare Neuschneemenge seit 1944 (94 cm; Quelle SLF). In Elm muss man nicht so weit zurück gehen. Die 36 cm waren der höchste Wert seit 1996.
Nicht nur für November sind diese Neuschneesummen aussergewöhnlich. Vergleicht man über alle Monate, so findet man in Davos alle 5-10 Jahre eine eintägige Neuschneesumme von mehr als 60 cm.
Desweiteren erwähnenswert ist, dass wegen dem stürmischen nordwestlichen Höhenwind relativ grosse Schneemengen weit nach Süden verfrachtet wurden (z.Bsp. Oberengadin).
Nachfolgend finden Sie ein paar ausgewählte Stationen mit beobachteten Schneehöhen (Quelle: MeteoSchweiz und SLF):
Neu- und Gesamtschneehöhen am 11. November
Ort |
Höhe |
Neu |
Gesamt |
| Andermatt | 1442 | 38 | 58 |
| Arosa | 1818 | 48 | 82 |
| Bivio | 1770 | 37 | 50 |
| Blatten | 1535 | 40 | 49 |
| Braunwald | 1310 | 40 | 72 |
| Davos | 1560 | 62 | 87 |
| Elm | 965 | 36 | 42 |
| Mürren | 1660 | 27 | 40 |
| Obersaxen | 1420 | 48 | 51 |
| Rigi | 1640 | 17 | 30 |
| Samnaun | 1750 | 50 | 62 |
| Schwägalp | 1350 | 45 | 48 |
| St. Antönien | 1510 | 64 | 95 |
| Stoos | 1280 | 21 | 28 |
| Ulrichen | 1350 | 39 | 50 |
| Unterwasser/Iltios | 1340 | 59 | 72 |
| Weissfluhjoch | 2540 | 68 | 110 |
| Zermatt | 1600 | 19 | 19 |
| Zuoz | 1710 | 48 | 55 |














