MeteoSchweiz

Aktuelles zum Wettergeschehen

18. Dezember 2005 / Thomas Egli

 

Starke Schneefälle begleitet von Sturmwinden

 

Nachdem bis am Donnerstag Hochdruckeinfluss das Wetter im Alpenraum bestimmt hatte, stellte sich die Wetterlage in der Nacht auf Freitag schnell und markant um. Im Grenzbereich zwischen dem sich zurückziehenden Azorenhoch und einem Tiefdruckgebiet mit Zentrum über Skandinavien stellte sich eine stürmische Nordwestströmung in der Höhe ein. Abbildung 1 gibt einen Ueberblick über die Wetterlage am Freitag um 12 UTC.

 

Wetteruebersicht vom 16.12.2005 um 12.00 UTC

Abbildung 1: Wetterübersicht vom 16.12.2005 um 12 UTC

Abbildung 1 oben zeigt die Bodenwetterkarte. Eine Warmfront, welche zu einem Sekundärtief über Polen gehörte, lag über der Alpennordseite und brachte erste Niederschläge. Die Schneefallgrenze war am frühen Morgen noch verbreitet in tiefen Lagen und stieg durch diesen Warmlufteinschub vorübergehend auf etwa 1000 Meter an. In den nördlichen Alpentälern, wo es auch tagsüber lange Zeit schneite, wechselte der Niederschlag am Abend ebenfalls noch in die Regenphase, bevor die ebenfalls in Abbildung 1 zu sehende Kaltfront in der Nacht auf Samstag weiterhin feuchte, aber deutlich kältere Luftmassen heranführte. Die Verläufe der 2-Meter-Temperatur und des Psychrometerwertes von zwei Alpentälerstationen, sowie von Zürich zeigen diesen Ablauf in Abbildung 2.

 

Temperaturverläufe

Abbildung 2a: Temperaturverlauf von Altdorf, Chur und Zürich MeteoSchweiz vom 16./17.12.2005

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Verlauf der Feuchttemperatur

Abbildung 2b: Verlauf der Feuchttemperatur von Altdorf, Chur und Zürich MeteoSchweiz vom 16./17.12.2005

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Abbildungen 2a und 2b zeigen deutlich das Ansteigen der Temperatur- respektive der Psychrometerwerte bis etwa 22.00 UTC am 16.12.2005. Danach erreichte die Kaltfront die Alpennordseite und führte wieder zu einem Absinken der Temperatur.

Das erwähnte Sekundärtief war am Freitag für stürmische, in den Bergen teilweise orkanartige Winde verantwortlich. Abbildung 3 zeigt die maximalen Windspitzen. Es ist zu beachten, dass die meisten Spitzenwerte im Flachland, aber auch auf dem Jungfraujoch bereits im Verlaufe des Nachmittags registriert wurden, viele der maximalen Werte in den Alpentälern aber erst mit dem Einfliessen der Kaltluft in der Nacht. Dies gilt beispielsweise für das Weissfluhjoch oder Quinten am Walensee.

 

maximale Boenspitzen zwischen dem 16. und 17.12. 2005

Abbildung 3: Maximale Boenspitzen vom 16. und 17.12. 2005

Abbildung 3 zeigt die höchsten Werte auf dem Weissfluhjoch mit über 180 km/h Böenspitze und dem Jungfraujoch mit über 150 km/h. Im Flachland wurden die höchsten Werte in der Bodenseeregion erreicht, wo beispielsweise in Güttingen und Steckborn Spitzen um 85 km/h gemessen wurde. Desweiteren sieht man, dass ebenfalls auf der Alpensüdseite kräftige Winde auftraten. Dafür war der Nordwind verantwortlich, welcher am Samstag bis in die Niederungen des Südtessins hinunter reichte.
Am Samstag waren die Winde noch kräftig, liessen dann aber allmählich nach. Die Niederschläge, insbesonders die Stauniederschläge am Alpennordhang und teilweise in den inneralpinen Gebieten und dem Nordtessin, welche ebenfalls am Freitag begonnen hatten, hielten hingegen bis am Sonntag an, und verloren dann langsam an Kraft.

Abbildung 4 zeigt eine Zusammenstellung der in diesen drei Tagen gefallenen Niederschlagssummen.

 

Niederschlagsumme vom 16.12. bis 18.12.2005

Abbildung 4: Niederschlagssumme vom 16.12.2005 06 UTC bis am 18.12.2005 12 UTC

Gut erkennbar sind die Niederschlagsmaxima am Alpennordhang, speziell in den zentralen und östlichen Regionen, sowie in Bünden. Die grössten Werte der Bergstationen sind, wegen des verfälschenden Einflusses der stürmischen Winde, mit grosser Vorsicht zu behandeln.

Abbildung 5 zeigt die Neuschneemengen, welche während dieses Ereignisses fielen. Auch hier ist zu berücksichtigen, dass die starken Winde teilweise zu grossen Windverfrachtungen geführt haben.

 

Summe der vom 16.12. bis 18.12. gefallenen Neuschneemengen

Abbildung 5: Vom 16.12. bis am 18.12.2005 gefallene Neuschneemengen (Auswahl von MeteoSchweiz- und SLF-Stationen)

Abbildung 5 gibt einen guten Ueberblick über die Neuschneemengenverteilung. Neben den Maxima in Nord- und Mittelbünden, sowie dem zentralen und östlichen Alpennordhang, fallen auch die grossen Mengen in der Alpsteinregion oder in den Oberwalliser Tälern wie dem Lötschental oder dem Goms auf.

 

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