Übersetzt und ergänzt nach dem Originaltext von Olivier Duding, MétéoGenêve: Le point sur l'enneigement.
Im Gegensatz zum vor allem im Flachland schneereichen Dezember 2010, war der Januar 2011 insbesondere im Wallis, im Gotthardgebiet sowie in Mittelbünden und im Engadin zu trocken. Etwas mehr Schnee fiel am zentralen und östlichen Alpennordhang, wo das Niederschlagsdefizit etwas geringer ausfiel: die Neuschneesummen im Januar sind im Bild oben rechts verlinkt.
Weitere Details zur Witterung im Januar sind dem Monatsflash zu entnehmen: Monatsflash Januar 2011, kartographische Darstellungen der Niederschlags- und Temperaturanomalien sowie Sonnenscheindauer finden sich in der Rubrik Klimakarten Schweiz.
Langjähriger Vergleich der Schneehöhe
Die Schneedecke ist vor allem im Jura und in tieferen Lagen des Alpennordhangs verhältnismässig dünn. Besser sieht es indes in Hochlagen der Alpen, dem Alpensüdhang entlang sowie im Oberengadin aus.
Eine Übersicht über die aktuellen Schneehöhen und den prozentualen Vergleich zum langjährigen Mittel ist in der Abbildung unten dargestellt (Quelle: WSL-Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF). Relativ betrachtet liegt in den meisten Gebieten derzeit zu wenig Schnee. Absolut gesehen sind die Schneehöhen zumindest in den höheren Gebieten oberhalb von 1500 bis 2000 Metern mit Werten von 50 bis 100 cm ausreichend für Wintersport-Aktivitäten, zumal die Luft im Moment zwar mild aber gleichzeitig auch sehr trocken ist und die Schneemenge daher nur unwesentlich abnimmt.
Schneehöhe im Vergleich zum langjährigen Mittel, Stand 03.02.2011
Quelle: SLFSchneehoehe_SLF.gif, 67 KBSonne und saubere Luft in den Bergen, Nebel und Feinstaub im Flachland
Während der aktuell hochdruckbestimmten Wetterlage, die seit dem 26. Januar andauert, konnte in den Bergen sehr sonniges Wetter genossen werden. Im Flachland und an den Voralpen hielt sich im gleichen Zeitraum unterhalb von 1000 bis 1300 Metern mehrheitlich zäher Hochnebel. Gleichzeitig wurde es in den Bergen von Tag zu Tag milder (von den nächtlich kalten Alpentälern einmal abgesehen, siehe Station Davos im Bild unten), während der Kaltluftsee unterhalb der Hochnebeldecke von Tag zu Tag etwas an Wärme verlor und die Temperatur graduell sank.
Bei winterlichen Hochdrucklagen akkumulieren sich im abgeschlossenen Luftvolumen unterhalb der Temperatur-Inversion im Laufe der Zeit beträchtliche Schadstoffmengen an. Dies schlägt sich beispielsweise in den vom BAFU gemessenen Feinstaubkonzentrationen nieder, die seit Beginn der Hochdrucklage an exponierten Stationen des Flachlandes beidseits der Alpen häufige Grenzwertüberschreitungen registrierten.
Tägliche Sonnenscheindauer an drei Flachland- und drei Bergstationen vom 26. Januar bis 2. Februar
gross.gif, 12 KBVerlauf der Stundenmittel-Temperatur vom 26. Januar bis 2. Februar an drei Flachland- und drei Bergstationen
gross.gif, 19 KBFeinstaubbelastung (Tagesmittelwert) vom 4. Januar bis 2. Februar, NABEL-Messnetz des BAFU
BAFU: Luftbelastunggross.jpg, 144 KBDie weitere Wetterentwicklung
Der Alpenraum verbleibt bis auf weiteres unter Hochdruck Einfluss. Mit einer mässigen West-Südwestströmung gelangt bis mindestens am Wochenende vom 5./6. Februar in der Höhe trockene und vorübergehend auch sehr milde Luft in die Schweiz. Die Nullgradgrenze liegt dabei bei 3000 Metern.
In der trockenen Luft kann auf den Bergen eine hervorragende Fernsicht genossen werden. Über dem Flachland liegt ein oft nebliger Kaltluftsee, der allerdings deutlich weniger hoch reicht, als in den Vortagen. Damit stehen die Chancen für Nebel-Auflösung im Tagesverlauf jeweils recht gut.
In unseren täglich mehrmals aktualisierten Wetterprognosen halten wir sie auf dem Laufenden.








