MeteoSchweiz

Aktuelles zum Wettergeschehen

05. Juli 2005 / S. Zanini

 

Heftige Gewitterfront bringt kühlere Luft

 

Im Vorfeld einer von Frankreich her aufziehenden Kaltfront entwickelten sich in der bei uns liegenden sehr warmen und feuchten Luftmasse maritim tropischen Ursprungs teils heftige Gewitterlinien. Der Montag begann recht sonnig. Die am frühen Morgen bereits recht hohen Temperaturen stiegen bis zum frühen Nachmittag auf 28 bis 30 Grad, in den östlichen Alpentälern bei leichtem Föhneinfluss bis auf knapp 33 Grad an.

 

Höchsttemperatur am Montag, 18. Juli 2005.

Bild 1: Höchsttemperatur am Montag, 18. Juli 2005.

Gleich nach Mittag entwickelten sich verbreitet grössere Quellwolken. Eine Erste Gewitterlinie überquerte Mitte Nachmittag die Deutschschweiz und verursachte Windböen bis gut 100 km/h (siehe Bild 4).
Kurz bevor die erste Gewitterlinie die Ostschweiz verliess, entwickelte sich über der Westschweiz eine neue Gewitterfront. Eine darin eingelagerte Zelle wuchs sich dabei zu einer Superzelle aus, welche vom Genfersee her kommend in Verbindung mit schwerem Hagelschlag und gewaltigen Windböen in Richtung Greyerzerland und Simmental zog, ehe sie sich anschliessend abschwächte. In Bouveret an der Mündung der Rhone in den Genferssee wurde eine Windböe von 161 km/h registriert.

 

Windspitzen am 18. Juli 2005 in km/h.

Bild 2: Windspitzen am 18. Juli 2005 in km/h.

Die Superzelle greift auf den oberen Genfersse über (Bild: Nicolas Borgognon, http://forums.infoclimat.fr/index.php?showtopic=10092).

Bild 3: Die Superzelle greift auf den oberen Genfersse über (Bild: Nicolas Borgognon, http://forums.infoclimat.fr/index.php?showtopic=10092).

Lokal regnete es kurz heftig. In Glarus fielen innert 10 Minuten 17.5 Liter Wasser pro Quadratmeter (siehe Bild 4).
In der Nacht auf Dienstag folgten weitere Schauerlinien, so dass örtlich beachtliche Regensummen zusammenkamen. Am meisten Niederschlag wurde mit 47 mm in Kloten registriert.
Auch die Temperatur ging vor allem auf der Alpennordseite merklich zurück. Am deutlichsten war der Temperaturrückgang mit 8 bis 11 Grad in Höhenlagen um 1000 Meter.

 

Zeitlicher Verlauf Böenspitzen und 10-minütige Niederschlagsintensität.

Bild 4: Zeitlicher Verlauf Böenspitzen und 10-minütige Niederschlagsintensität.

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