MeteoSchweiz

Aktuelles zum Wettergeschehen

01. September 2008 / Jacques Ambühl

 

Heftige Gewitter zum Ende des klimatologischen Sommers

 

Nach einem recht sonnigen Sonntag erreichte in der Nacht auf Montag, 1. September 2008 eine aktive Gewitterlinie die Nordschweiz. Sie hatte sich im Vorfeld einer Kaltfront entwickelt, welche die Schweiz in den ersten Stunden des Montags erfasste. Schon am Sonntagnachmittag hatte eine deutliche Labilisierung der Luftmasse stattgefunden. Auf der Abbildung 1 ist die um 2 Uhr Lokalzeit in der Luftmasse enthaltene potentielle Energie abgebildet (CAPE: Convective Available Potential Energy). Auf dieser Karte, welche eine 12 stündige Vorhersage des schweizerischen Lokalmodells COSMO-7 darstellt, liegt der orange Bereich der maximalen Labilität in guter Übereinstimmung mit der Region, wo die heftigsten Gewitter tatsächlich beobachtet wurden.

 

Zur Verfügung stehende Konvektivenergie (CAPE)

Abbildung 1: Zur Verfügung stehende Konvektivenergie (CAPE)

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Auf der zweiten Abbildung ist die integrierte Niederschlagsmenge dargestellt, welche aus den Radardaten der Stationen Albis, La Dôle und Monte Lema summiert wurde. Auffällig ist, dass neben den aktiven Zonen (grüner und gelber Bereich) die der Aare entlang und im Zürcher Unterland ersichtlich sind, auch im Wallis, im Berner Oberland und am östlichen Alpennordhang ebenfalls bedeutende Niederschlagsmengen registriert wurden.

 

24 Std. Radar-Niederschlagssumme Montag, 1. September 2008 06 UTC

Abbildung 2: 24 Std. Radar-Niederschlagssumme Montag, 1. September 2008 06 UTC

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Werden die Radardaten in Bezug auf die Hagelwahrscheinlichkeit analysiert, zeigt sich jedoch, dass die Hauptaktivität vor allem der Aare entlang und im Zürcher Unterland stattfand. Dies ist in der Abbildung 3 dargestellt.

 

Hagelwahrscheinlichkeitskarte, Sonntag, 31.08.08 bis Montag, 01.09.08, 06 UTC

Abbildung 3: Hagelwahrscheinlichkeitskarte, Sonntag, 31.08.08 bis Montag, 01.09.08, 06 UTC. In den grünen Bereichen ist Hagel möglich, in den roten Bereichen Hagel wahrscheinlich.

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Besonders beeindruckend war die Blitzaktivität. Stellenweise ermöglichte sie prächtige Naturschauspiele. Um Mitternacht wurden zum Beispiel im Raum Gösgen 28 Nahblitze (0 bis 3 km), 280 Fernblitze (3 bis 30 km) pro Stunde – oder 5 pro Minute - registriert. Die in der Abbildung 4 dargestellte Blitzkarte konkretisiert diesen Eindruck. Die Blitzschläge sind mit „x“, „+“ und „-“ Symbolen dargestellt. Die „x“ sind die Blitze zwischen Wolken, die „+“ und „-“ die Blitze, welche den Boden mit der entsprechenden Ladung erreichen. Mit den Farben wird die zeitliche Entwicklung kodiert. Orange Blitze wurde zwischen 20 und 22 Uhr UTC registriert, rote zwischen 22 und 24 Uhr UTC.

 

Zeitlicher Verlauf der Blitzaktivität

Abbildung 4: Zeitlicher Verlauf der Blitzaktivität.

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Besonders im Kanton Aargau waren die Niederschlagsmengen stellenweise beträchtlich. Zum Beispiel wurden in Gösgen 49 mm registriert, wobei in 20 Minuten über 20 mm fielen. Insgesamt wurden von MeteoSchweiz 4 Gewitter-Flash Warnungen ausgegeben.

 

Imposantes Blitzspektakel

In vielen Regionen des Mittellandes konnte in der Nacht von Sonntag auf Montag das imposante Blitzspektakel beobachtet werden, wie auf diesen Bildern aus Winterthur zu sehen ist.

 

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