Seit Montag herrschen im Alpenraum starke südliche Höhenwinde. Sie führten am Montag zu einer mässig ausgeprägten Föhnsituation nördlich der Alpen und einer Staulage im Tessin. Im Laufe des Tages erfasste aus Westen eine Kaltfront die Alpennordseite. Sie beendete den Föhn. Die Störung ihrerseits blieb in der Folge auf der Alpennordseite liegen.In der Höhe blieben die Südwinde bestehen. Weil in den unteren Luftschichten ab Dienstag aus Südosten feuchtwarme Luftmassen zum Alpensüdhang geführt wurden, wurde dort die Atmosphäre instabil. Dies verstärkte die Niederschläge markant. Zum Teil waren auch konvektive Zellen eingelagert. Die Niederschlagszonen wanderten mit den starken Südwinden über den Alpenkamm. Dort wurden sie zunächst wegen Leeeffekten etwas abgeschwächt. Weiter nördlich glitt die warmfeuchte Luft auf der hier liegenden kühleren Luftmasse auf. Dies führte wieder zu einer Intensivierung der Niederschläge. Die gefallen Regenmengen waren im oberen Maggiatal am grössten. Hier konnten innert 48 Stunden 154 Liter pro Quadratmeter gemessen werden. Auch in den übrigen Gebieten des Sopraceneri waren die Mengen recht bedeutend, so wurden in Piotta über 90 Liter pro Quadratmeter registriert. Aber auch in den angrenzenden Gebieten wurde grosse Regenmengen aufgezeichnet, so im Rheinwald mit 90, im Tavetsch sowie im Kanton Uri mit 50 Liter pro Quadratmeter, wobei in Altdorf innert 7 Stunden 30 Liter pro Quadratmeter fielen. Die Schneefallgrenze lag meist über 2000 Meter. Infolge der recht intensiven Niederschlagsmengen kam es in einigen Tälern des Alpennordhanges zur Niederschlagsabkühlung. Da gleichzeitig in tieferen Luftschichten etwas Nordwind herrschte, konnte die abgekühlte Luft nur verzögert ausfliessen. Dies führte zu einem weiteren Absinken der Schneefallgrenze. Im auf 1100 Meter hoch gelegenen Göschenen im Urner Reusstal wurde in der Nacht auf Mittwoch vorübergehend Schneefall registriert. Die südlichen Winde führten auch feuchte Luft gegen den Jura und die Westschweiz, wo in einigen Gebieten innert 48 Stunden ebenfalls 80 bis 90 Liter pro Quadratmeter niederprasselten. Es kam dort sogar zu Erdrutschen.
