MeteoSchweiz

Aktuelles zum Wettergeschehen

30. Juni 2011 / Daniel Gerstgrasser, Michael Kasper

 

Intensiver gewittriger Starkniederschlag beendet kurze Hitzeperiode

 

Am 27. und 28. Juni 2011 wurden in den Niederungen verbreitet Temperaturen von deutlich über 30 Grad gemessen. Eine aktive Kaltfront hat die kurze Hitzeperiode am 29. Juni jäh beendet. Sehr intensive und von Gewittern durchsetzte Niederschläge sorgten vor allem in der Zentralschweiz für Probleme.

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Wetterlage

Während der heissen Tage zu Wochenbeginn ist die Bodendruckverteilung zunehmend flach geworden. Die herangeführte Subtropikluft war zunächst sehr trocken, sie wurde aber mit der Annäherung der Kaltfront zunehmend angefeuchtet (siehe Bild 1 bis 3). Mit der Aufheizung der bodennahen Luftschichten erfolgte zusätzlich eine Labilisierung der Atmosphäre.

 

Bodenwetterkarte mit Fronten von Montag, 27. Juni 2011, mittags

Bild 1: Bodenwetterkarte mit Fronten von Montag, 27. Juni 2011, mittags.

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Bodenwetterkarte mit Fronten von Dienstag, 28. Juni 2011, mittags

Bild 2: Bodenwetterkarte mit Fronten von Dienstag, 28. Juni 2011, mittags.

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Bodenwetterkarte mit Fronten von Mittwoch, 29. Juni 2011, mittags

Bild 3: Bodenwetterkarte mit Fronten vom Mittwoch, 29. Juni 2011, mittags.

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Der entscheidende Faktor war aber, dass der Wind in den unteren Schichten bereits in den Morgenstunden des 29. Juni auf Nordwest drehte. Dadurch wurde die feuchtwarme Luft an die Voralpen gedrückt und angehoben. Erste intensive, aber meist noch kleinräumige gewittrig verstärkte Regenfälle waren die Folge.

 

Der Schwerpunkt lag dabei auf einem schmalen Streifen von Wolfenschiessen/NW über den Urnersee bis ins Muotathal. Aufgrund der schwachen Höhenwinde waren die Gewitterzellen über längere Zeit stationär. Im Flachland erfolgte mit dem aufkommenden Nordwestwind in den unteren Schichten bereits eine Stabilisierung. Dadurch war hier die Gewitteraktivität deutlich geringer als erwartet.

 

Am Nachmittag haben die Niederschläge vorübergehend nachgelassen, bevor uns am Abend die eigentliche Kaltfront vom Jura her erreichte. Dadurch wurde die feuchtwarme Luft erneut aktiviert, und es ist eine grössere Niederschlagszone entstanden. Nicht ganz überraschend wurden die Niederschläge an den zentralen und östlichen Voralpen wiederum gewittrig verstärkt. Hauptbetroffen war das Gebiet von Zug über die Region Einsiedeln bis zum oberen Zürichsee. Damit lag der Niederschlagsschwerpunkt etwas nördlicher als während der ersten Phase.

 

Niederschlagsmengen

Innert 24 Stunden sind am Alpennordhang vom Berner Oberland über die Zentralschweiz bis zum Alpstein verbreitet 30 bis 60 mm Regen gefallen. Aufgrund des gewittrigen Niederschlagscharakters wurden aber lokale Maxima im Bereich von 80 bis gut 120 mm aufgezeichnet. Bemerkenswert sind vor allem die Niederschlagsintensitäten, teilweise sind die erwähnten Summen in einem Zeitraum von wenigen Stunden gefallen (siehe Bild 4 und Tabelle).

 

24-stündige Niederschlagsumme, abgeschätzt aus den Radardaten

Bild 4: 24-stündige Niederschlagsumme (29. Juni 8h bis 30. Juni 8h MESZ), abgeschätzt aus den Radardaten. Die Punktmessungen an den Bodenstationen liegen in einer ähnlichen Grössenordnung, s. nebenstehende Tabelle.

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Messwerte Bodenstationen

Station:

24h-Summe:

Siebnen/SZ 124 mm
Gross/SZ 110 mm
Schwyz 109 mm
Rempen/SZ 109 mm
Jona/SG 106 mm
Einsiedeln/SZ 103 mm
Innerthal/SZ 103 mm
Säntis 97 mm
Zugerberg 92 mm
Hoch Ybrig 91 mm

 

Zeitraum: 29. Juni, 8h bis 30. Juni, 8h MESZ

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Erste Analyse zeigt vereinzelt neue Rekordwerte

An der Station Siebnen/SZ wurden seit Messbeginn im Jahre 1961 noch nie eine so grosse 24-stündige Niederschlagsmenge verzeichnet. Die bisherigen Höchstwerte stammen mit 121.8 mm vom 7. August 1978 und 82.7 mm vom 3. August 1983.

 

An der Station Einsiedeln reichen die Messwerte für den Niederschlag bis 1900 zurück. Die gemessenen 103 mm reihen sich an 5. Stelle ein. Die grösste Tagessumme des Niederschlags stammt mit 124.5 mm ebenfalls vom 7. August 1978.

 

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