MeteoSchweiz

Aktuelles zum Wettergeschehen

13. August 2000 / MeteoSchweiz

 

Gewitterfront

 

Die Gewitterfront vom 21. August 2000
Auszug aus dem Spezialwetterbericht der MeteoSchweiz/ G. Truog

Eine heftige Gewitterfront hat in den frühen Morgenstunden die Alpennordseite überquert und dabei nicht nur kräftge Sturmwinde, sondern zum Teil auch noch starke Gewitterregen verursacht. Die eigentliche Kaltfront lag dabei weiterhin über Frankreich. Auf der Vorderseite hatten sich schon vorher immer wieder Gewitterzellen gebildet. Erst ab 03 Uhr bildete sich eine Art Gewitterfinger, der sich bis nach Genf ausweitete. Diese Gewitterfront zog anschliessend - getrieben durch starke Höhenwinde - mit Windeseile über das Mittelland hinweg nach Nordosten. Um 03.15 h erfasste der Sturm Genf, um 05.30 h Kloten und um 06.15 h Altenrhein am Bodensee. Damit kommt man auf eine durchschnittliche Verlagerungsgeschwindigkeit dieser Gewitterfront von gut 100 Km/h, was enorm ist.

Hier einige der gemessenen Windspitzen: Payerne 92 Km/h, Bern und Wynau gut 60, Basel 53 Km/h. Nach Osten hin aktivierte sich die Front weiter. Reckenholz bei Zürich 96, Tänikon 100 und Güttingen am Bodensee 120 Km/h. In Lagen von 1000-1500 m wurden an den meisten Messstationen 110-125 km/h gemessen. Aber nicht nur der Wind war enorm, dazu gab es zum Teil innert 10, 20 Minuten recht viel Regen. Im westlichen Mittelland schwankten die Mengen zwischen 2 und 11 Litern pro Quadratmeter, vom Kanton Solothurn an ostwärts waren es dann 12-24 L/Qm. Weniger Wind und Regen gab es am Alpennordrand. Im Wallis, im Tessin und in Graubünden merkte man von dieser Gewitterstörung überhaupt nichts.

 

gewitterfront formiert sich

Die Front formiert sich am Genfersee.

gewitterfront über genfer see

Die Front scheint sich abzuschwächen...

gewitterfront

...regeneriert sich aber eine halbe Stunde später erneut.

gewitterzelle über mittelland

Mit voller Wucht zieht die Zelle nun übers Mittelland und den Jura...

gewitterfront über bodensee

...und erreicht nur eine halbe Stunde später den Bodensee; in Güttingen werden dabei die höchsten Windspitzen der Flachlandstationen registriert.

 

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