01. Juni 2007 / Stephan Bader, Peter Zbinden
Nachdem der Herbst 2006 sowie der Winter 2006/2007 Rekordtemperaturen gebracht haben, zeigt nun auch der Frühling 2007 die höchsten je gemessenen Temperaturen. Im gesamtschweizerischen Mittel resultierte ein extrem grosser Wärmeüberschuss von rund 3.3 Grad Celsius, wobei je nach Messort im Allgemeinen positive Abweichungen von 3.0 bis 3.7 Grad, oberhalb von etwa 3000 m und örtlich in tiefen Lagen der Alpennordseite vereinzelt auch solche von weniger als 3.0 Grad festgestellt wurden. Die Mitteltemperaturen von März bis Mai liegen damit rund 1 Grad höher als im Jahr 2003, dem bisher wärmsten Frühling seit Beginn der systematischen Aufzeichnungen im Jahre 1864.
Grafik: Die Temperaturreihe der Schweiz setzt sich aus 12 repräsentativen Messreihen zusammen.
Homogene Messreihen
Der extrem warme April 2007 hat ganz wesentlich zu diesem enormen Wärmeüberschuss beigetragen. Aber auch der März und der Mai 2007 bescherten uns deutlich überdurchschnittliche Monatsmitteltemperaturen.
Die seit Mitte des vergangenen Jahres praktisch anhaltende überdurchschnittliche Wärme führte in den letzten 12 Monaten zu einem extremen Wärmeüberschuss, welcher in der Schweiz seit Messbeginn noch nie innerhalb einer 12-Monats Periode auftrat. Das Temperaturmittel der vergangenen 12 Monate liegt rund ein Grad höher als die höchsten bisherigen Werte. Sehr hohe 12-Monatsmittel sind bekannt aus den Jahren 1947/48 sowie 1994/95 und 2003/04.
Grafik: Temperaturmittel für alle 12-Monats-Perioden, dargestellt als Abweichung zur Durchschnittstemperatur. Rot: Das Temperaturmittel der 12-Monatsperiode liegt über dem Durchschnitt. Blau: Das Temperaturmittel der 12-Monatsperiode liegt unter dem Durchschnitt.
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Unterschiedliche Regensummen
Grosse Unterschiede ergaben sich bei den Frühjahrs-Regensummen. Vom Neuenburger Jura entlang dem südlichen Jura bis in die Gegend von Olten wurden 120 bis 150 Prozent der normalen Regensummen gemessen, im übrigen Jura, aber auch am westlichen und zentralen Alpennordhang waren es meist 110 bis 130 Prozent. Wegen den grossen Mainiederschlägen war das Frühjahr 2007 im Wallis besonders niederschlagsreich. An einigen Orten registrierte man mehr als das Anderthalbfache der normalen Mengen. In etwa normale Summen fielen am östlichen Alpennordhang und weithin im Flachland. Unterdurchschnittliche Mengen erhielten hingegen die Gebiete von Nord- und Mittelbünden und örtlich die Nordostschweiz. Deutlich zu wenig Regen, nämlich nur 50 bis 70 Prozent, gab es im Engadin und auf der Alpensüdseite.
Extrem viel Sonnenschein
Die Besonnung war nördlich der Alpen extrem gross. Im Jura und im Mittelland wurden meist 140 bis 155 Prozent, östlich vom Napf sogar 150 bis 160 Prozent der normalen Sonnenscheindauer gemessen. Im Genferseegebiet und am zentralen und östlichen Alpennordhang waren es 130 bis 140 Prozent der Norm. In den übrigen Regionen hielt sich der Ueberschuss an Sonnenstunden mit meist 120 bis 130 Prozent der Norm in Grenzen. Im südlichen Wallis und am Alpensüdhang waren es teils weniger als 120 Prozent der Norm.