MeteoSchweiz

Aktuelles zum Wettergeschehen

28. Februar 2010 / Roland Mühlebach

 

Stürmische Zeiten

 

Allgemeine Wetterentwicklung

 

Ein Sturmtief über Portugal hat sich in der Nacht auf Sonntag in Richtung Frankreich verlagert. Auf seiner Vorderseite verursachte es in der Nacht einen Föhnsturm in den Alpen. Im Laufe des Sonntags verlagerte sich das Sturmtief rasch von Nordfrankreich in Richtung Dänemark. Am Sonntagvormittag überquerte die dazugehörende Kaltfront die Schweiz mit schwachen Niederschlägen. Auf der Rückseite der Kaltfront stellten sich über West- und Mitteleuropa stürmische West- bis Südwestwinde ein.

 

Stürmischer Föhn in den Alpentälern

 

Am Samstag bewirkte die Annäherung des Tiefs auf der Alpennordseite einen starken Druckfall. So fiel der Druck auf dem Flughafen Zürich-Kloten innerhalb von 24h um 16 hPa. Es enstand ein markanter Druckgegensatz über dem Alpenraum. Dieser betrug im Maximum 17 hPa.

 

Druckverlauf in Zürich-Kloten, Genf und Lugano

Abbildung 1: Druckverlauf in Zürich-Kloten, Genf und Lugano während der Föhnphase

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In den Alpentälern kam am Samstagnachmittag starker Föhn auf (Beginn in Altdorf um 13 Uhr). Dieser erreichte seine grösste Stärke in der Nacht auf den Sonntag. Die grösste Böenspitze wurde im Urner Reusstal in Altdorf mit 147.2 km/h gemessen. Weitere Spitzenwerte sind: Evionnaz (Unterwallis) 124.9 km/h, Quinten 115.6 km/h, Le Bouveret (oberer Genfersee), 108.7 km/h, Glarus 101.9 km/h, Oron (VD) 96 km/h und Vaduz 91.1 km/h. Auch in den Bergen erreichte der kräftige Südwind mit 148 km/h auf Les Diablerets beachtliche Werte.

 

Böenspitzen vom Samstag 27. und Sonntag 28. Februar 2010 in km/h

Abbildung 2: Böenspitzen vom Samstag 27. und Sonntag 28. Februar 2010

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Mit dem stürmischen Südwind wurde warme Luft zum Alpenraum geführt. In der Föhnregionen wurden Höchsttemperaturen von bis zu 16.5 Grad (Vaduz) erreicht. Aber auch in der Höhe, so zum Beispiel auf der 2000 Meter Höhe, wurden relativ milde Temperaturen von bis zu 6 Grad (Le Moléson) gemessen.

 

Höchsttemperaturen während der vergangenen 24 Stunden

Abbildung 3: Höchsttemperaturen in °C zwischen Samstag- und Sonntagmittag

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Mit dem Abschwächen des Druckunterschiedes über den Alpen schwächte sich der Föhn in den Alpentälern im Laufe des Sonntag allmählich ab. Der Föhnsturm im Urner Reusstal war der drittstärkste der letzten 30 Jahre. Eine Zusammenstellung der stärksten im Urner Reusstal gemessenen Stürme wurde in einem Beitrag zum Föhnsturm vom 22. Dezember 2009 präsentiert.

 

Auf Föhn folgte starker Weststurm

 

Mit der Verlagerung des Sturmtiefs nach Dänemark drehten die Winde im Laufe des Sonntags auf südwestliche bis westliche Richtung und fegten vor allem über Frankreich und Deutschland hinweg. In Frankreich verursachten sie Stromausfällen und forderten leider auch Menschenleben. Die Schweiz wurde von diesen Sturmwinden nur randlich betroffen. Im Flachland der Alpennordseite lagen die grössten Böenspitzen zwischen 90 und 95 km/h (Fahy und Delémont, Mosen am Hallwilersee sowie Egolzwil und Steckborn, siehe Abbildung 2 oben). In erhöhten Lagen wurden bis rund 120 km/h gemessen (Plaffeien, Hörnli, die 112 km/h in Oron wurden während der Föhnphase gemessen).

 

Wetterlage am Sonntag, 28.02.2010 0300 UTC

Abbildung 4: Wetterlage am Sonntag, 28.02.2010 03 UTC. Zahlenwerte: Böenspitzen in Knoten

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Letzte Aktualisierung: Montag 1. März 2010, definitive Böenspitzen Samstag/Sonntag und Grafik zum Sturmtief "Xynthia"

 

Wetterlage am Sonntag, 28.2.2010 04:00 Uhr

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