MeteoSchweiz

Aktuelles zum Wettergeschehen

19. März 2005 / F. Spinedi, H. Maurer (Uebersetzung)

 

Erster Sommertag im Tessin - neuer Temperaturrekord im März

 

Ein Tag vor dem astronomischen Frühlingsanfang wurde in den Niederungen der Alpensüdseite der erste Sommertag (Maximum mindestens 25 Grad) dieses Jahres registriert. Am Samstag, dem 19. März 2005 wurden im Tessin Höchstwerte von 27 bis 28 Grad gemessen. In Locarno-Magadino waren es 28,0, in Locarno-Monti 27,9, in Stabio 27,5 und in Lugano 27,3 Grad.
Dabei handelt es sich um die höchsten Temperaturen, die seit Messbeginn im März auf der Alpensüdseite je gemessen wurden (am längsten ist die Messreihe in Lugano: seit 1901). Sie liegen rund ein halbes Grad über den bisherigen Rekordwerten (27,3 im März 2002 in Locarno-Monti und 27,0 im März 1950 und 1929 in Lugano).

Der März 2005 geht aber vor allem auch in die Wettergeschichte der Alpensüdseite ein, wegen seiner extremen Temperatursprünge innerhalb weniger Tage. Nur 16 Tage liegen zwischen dem letzten Eis- und dem ersten Sommertag. Währenddem auch früher schon Sommertage im März vorkamen, wurde in diesem Jahr der erste Eistag im März (Maximum unter null Grad, am 3.3.2005) registriert. Wenn man jetzt für Locarno-Monti die Differenz zwischen dem März-Minimum (-5,9 Grad) mit dem heutigen Maximum bildet, erhält man 33,8 Grad.
Bisher lag die grösste Differenz bei rund 27 Grad, und zwar im März 1965. Im März 1971 wurden mit -8,8 Grad die absolut tiefsten Märzwerte gemessen, aber die erwähnten Differenzen lagen wie im Jahr 2002 (bisheriges März-Maximum) nur bei etwa 25 Grad.

Auf der Alpensüdseite werden extreme Höchsttemperaturen mit Nordföhn gemessen, und zwar nicht nur im März. Optimale Voraussetzungen dazu sind einerseits subtropische Luftmassen über Zentraleuropa und anderseits ein kräftiges Hochdruckgebiet mit nördlicher Strömung über den Alpen. Die Föhnströmung bewirkt einen wolkenlosen Himmel und klare Luft.
Eine solche Luftmasse erlaubt eine optimale Sonneneinstrahlung und eine starke Erwärmung des Bodens. Die aktuell herrschende starke Trockenheit und die noch nicht vorhandene Vegetation haben diese Aufheizung noch verstärkt.
Ein ähnlicher Effekt führte auch zu den Höchstwerten im Sommer 2003.

 

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