Vom Donnerstag 5. bis Freitagmorgen 6. August verlagerte sich eine wetteraktive Luftmassengrenze von West nach Ost langsam über die Schweiz hinweg (Abbildungen 1 und 2) und verursachte im Süden und im Osten ergiebige Niederschläge. An der Vorderseite der Front wurde feuchtlabile Luft zur Alpensüdseite und der angrenzenden Poebene geführt. In der Nacht auf Donnerstag bildeten sich im Mittel- und Südtessin grossflächig gewittrige Niederschläge, die mit der südlichen Höhenströmung über die Alpen nach Nord- und Mittelbünden übergriffen. Nördlich der Alpen brachten am Donnerstag zwei Staffeln mit Schauern und vereinzelten eingelagerten Gewitterzellen lokal kräftige, gewittrige Regengüsse. In der Folge drehte die Strömung auf Nordwest und verursachte bis am Freitagmorgen am Alpennordhang eine Stau- und Aufgleitsituation mit anhaltenden Niederschlägen.
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Abb. 1: Satellitenbild, Radarkomposit, Bodendruck-Analyse COSMO-7 und Blitze am Donnerstagmittag, 12 UTC Do05Aug2010_gross.png, 862 KB |
Niederschlagsschwerpunkte im Tessin sowie in den zentralen und östlichen Alpen
Von Mittwoch- bis Freitagmorgen wurden im Mittel- und Südtessin insgesamt 50 bis 80 mm Regen gemessen. In den Staugebieten des zentralen und östlichen Alpennordhanges waren es verbreitet 40 bis 60 mm. In den Bündner Bergen fielen 30 bis 50 mm Niederschlag (Abbildungen 3 und 4). Die Schneefallgrenze lag während der Phase der intensivsten Niederschläge auf rund 2100 Metern, lokal wurden auch tiefer Schneeflocken beobachtet. Der Flüelapass zeigte sich am Freitagmorgen angezuckert mit einer dünnen Nassschnee-Schicht (Abbildung 5). Von der Claridenhütte, in den Glarner Alpen auf rund 2500 Metern Höhe gelegen, erreichte uns die Nachricht vom Hüttenwart, dass am Freitagmorgen eine Neuschneedecke von knapp 30 cm die Landschaft überzog.
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Abb. 3: 48-stündige Niederschlagssummen des automatischen Boden-Messnetzes sowie der Augenbeobachter vom Mittwoch- 4. August bis Freitagmorgen 6. August. Niederschlag48h_Bodenstationen.gif, 41 KBAbb. 5: Webcam-Bild vom Freitagmorgen 0730 UTC vom Flüelapass auf knapp 2200 m ü. M. Flueelapass_gross.jpg, 76 KB |
Abb. 4: Zeitraum wie in Abb. 3, Niederschlagssumme abgeschätzt aus Radarmessung (Mengen in Graubünden auf Grund eingeschränkter Sichtbarkeit deutlich unterschätzt). Niederschlag48h_Radar.gif, 32 KBAbb. 6: Webcam-Bild vom Freitagmorgen 0730UTC von der Corvatsch Mittelstation Murtel, 2700 m ü. M., auf die frisch verschneiten Oberengadiner Berge Murtel_Corvatsch_gross.jpg, 231 KB |






