MeteoSchweiz

Aktuelles zum Wettergeschehen

08. Januar 2009 / Daniel Gerstgrasser

 

Winterliche Wetterphase

 

Unterdurchschnittliche Temperaturen

Seit dem 26. Dezember 2008 liegen die Temperaturen in der Schweiz unter dem langjährigen Mittel, lediglich zum Jahreswechsel wurden vorübergehend normale oder sogar leicht überdurchschnittliche Werte aufgezeichnet (siehe Bild 1).

 

Verlauf Abweichung vom langjährigen Temperaturmittel

Bild 1: Verlauf Abweichung der Tagesmitteltemperaturen von der Norm für Stationen im Flachland (oben) und für Bergstationen (unten). blau=negative Abweichung, rot=positive Abweichung

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An einzelnen Tag lagen die Mitteltemperaturen 4 bis 7 Grad unter dem langjährigen Schnitt. Über die ganze Periode vom 26. Dezember 2008 bis am 7. Januar 2008 wurden schweizweit recht einheitliche negative Abweichungen von 2 bis 4 Grad gemessen. Damit stellt die aktuelle Kälteperiode kein ausserordentliches Ereignis dar, sie ist vielmehr eine normale winterliche Witterungserscheinung.

 

Morgendliche Minimumtemperaturen

Auch die morgendlichen Tiefstwerte waren, im Gegensatz zu einige Regionen in Deutschland, nicht aussergewöhnlich. Während am Morgen des 7. Januars 2008 in Ostdeutschland Temperaturen von bis zu -26 Grad gemessen wurden, sanken die Werte in der Schweiz in den Niederungen bisher nur punktuell unter die -10 Grad Marke (siehe Bild 2 und Tabelle 1). Dies vor allem deshalb, weil die meist vorhandene Hochnebeldecke und die Bise eine stärkere Abstrahlung verhinderten. In den kommenden Tagen werden in den Niederungen aber wahrscheinlich stellenweise noch tiefere Werte gemessen.

 

Morgendliche Minimumtemperaturen Europa

Bild 2: Morgendliche Minimumtemperaturen in Europa vom 7. Januar 2008. Vor allem im Osten Deutschland herrscht strenger Frost, aber auch in Spanien war es am Morgen vielerorts frostig.

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Minimumtemperaturen Schweiz, 1. November 2008 bis 8. Januar 2009

 

Flachland Alpennordseite:

Station:

Minimum 

Nov.08 bis

8. Jan. 09:

absolutes Minimum

Januar:

Datum:
Basel -10.6°C -24.1°C 22.1.1942
Bern -9.9°C -21.8°C 14.1.1963
Genf -8.1°C -19.9°C 13.1.1968
Luzern -7.0°C -20.3°C 14.1.1963
St. Gallen -10.7°C -23.8°C 12.1.1987
Zürich Flh. -9.4°C -24.2°C 9.1.1985

 

 Bergstationen:

Station:

Minimum 

Nov.08 bis

8. Jan. 09:

absolutes Minimum

Januar:

Datum:
Chasseral -13.0°C -26.8°C 12.1.1987
Pilatus -13.2°C -28.3°C 12.1.1987
Säntis -17.4°C -32.0°C 1.1.1905
Jungfraujoch -24.2°C -35.6°C 2.1.1979

 

 

 

Orte mit markantem Kaltluftsee (Hochtäler):

Station:

Minimum 

Nov.08 bis

8. Jan. 09:

absolutes Minimum

Januar:

Datum:
La Brévine (Jura) -25.8°C -41.8°C 12.1.1987
Samedan (Engadin) -26.6°C -36.9°C 6.1.1985
Ulrichen (Goms) -23.7°C -33.0°C 7.1.1985
       

 

 Alpensüdeite:

Station:

Minimum 

Nov.08 bis

8. Jan. 09:

absolutes Minimum

Januar:

Datum:
Piotta -12.5°C -18.3°C 7.1.1985
Lugano -4.0°C -12.5°C 13.1.1926
Stabio -10.9°C -18.0°C 7.1.1985
       

 

Gefrierende Seen

Bereits während der Kälteperiode vom 22. bis zum 29. November 2008 sind erste kleinere Seen und Weiher zugefroren (siehe Temperaturverläufe in Bild 1). Aufgrund der klaren und windstillen Nächte herrschten ideale Bedingungen zur Eisbildung.

 

Die höheren Temperaturen von Anfang Dezember und das verfrühte Weihnachtstauwetter vom 19. bis am 23. Dezember 2008 liessen das Eis aber vielerorts wieder verschwinden. Die tiefen Temperaturen seit dem 26. Dezember 2008 haben aber dafür gesorgt, dass einige kleinere Seen und Weiher zur Begehung frei gegeben wurden. Zuständig für die Freigabe sind im Übrigen die Gemeindebehörden vor Ort.

 

Horgener Bergweiher, 20. November 2008

Bild 3: Horgener Bergweiher, 20. November 2008 - noch ist es herbstlich

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Horgener Bergweiher, 26. November 2008

Bild 4: Horgener Bergweiher, 26. November 2008, erste Eisansätze

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Horgener Bergweiher, 28. November 2008

Bild 5: Horgener Bergweiher, 28. November 2008, der gesamte Weiher ist mit einer dünnen Eisschicht bedeckt

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Horgener Bergweiher, 9. Januar 2009

Bild 6: Horgener Bergweiher, 9. Januar 2009, der Weiher ist zugefroren, aber aufgrund der schlechten Eisqualität (noch) nicht freigegeben.

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Sihlsee, 4. Januar 2009

Bild 7: Freigegebene Eisbahn auf dem Sihlsee bei Euthal, 4. Januar 2009

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Sihlsee, 9. Januar 2009

Bild 8: Sihlsee, 9. Januar 2009. Beste Verhältnisse auf dem Natureisfeld.

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Sihlsee, 9. Januar 2009

Bild 9: Sihlsee, 9. Januar 2009. Auch ein Natureisfeld muss gepflegt werden...

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Sihlsee, 9. Januar 2009

Bild 10: Sihlsee, 9. Januar 2009. Beste Verhältnisse auf dem Natureisfeld.

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Damit ein Natureisfeld für grössere Personengruppen freigegeben werden kann, ist in der Regel eine Eisdicke von etwa 12 cm erforderlich. Dies allerdings nur bei sehr guter Eisqualität („Schwarzeis“). Einige der im Moment noch nicht freigegebenen Seen weisen eine sehr schlechte Eisqualität auf. Dies vor allem aufgrund der Niederschläge zum Jahreswechsel. Der damals gefallene Schnee, Regen und Eisregen hat eine inhomogene Oberfläche mit vielen Lufteinschlüssen hinterlassen.

Für das Gefrieren von weiteren Seen waren die Bedingungen in den vergangenen Tagen nicht ganz ideal: Hochnebel hat die nächtliche Abstrahlung gedämpft und die Bise sorgte für eine Durchmischung der obersten Wasserschicht. In den kommenden Nächten dürften sich die Bedingungen allerdings verbessern: Die Bise flaut ab und zumindest zeitweise sind in der Nacht auch klare Abschnitte mit einer starken Abkühlung zu erwarten. Während in den Bergen eine markante Erwärmung erfolgt, bleibt in den tiefen Lagen der winterliche Kaltluftsee also erhalten.

 

Optische Erscheinungen in der Kaltluft

Bei tiefen Temperaturen können sich auch in den tieferen Luftschichten Eisnadeln oder Schneekristalle bilden, welche für schöne optische Erscheinungen sorgen:

 

Halo an Eisnadeln in Wildhaus, 27. Dezember 2008

Bild 11a: Halo an Eisnadeln (Diamantstaub) am 27. Dezember 2008 in Wildhaus/SG. Die Lufttemperatur betrug etwa -12 Grad.

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Nebel Halo Aufnahme Zürich Kloten

Bild 11b: Halo im Nebel. Aufnahme vom 13. Januar in Zürich Kloten (Daniel Buck)

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Lichtsäule an Schneeflocken, 4. Januar 2009

Bild 12: Lichtsäule an Schneeflocken am 4. Januar 2009 über dem Glarnerland. Auf etwa 2500 m war die Luft relativ feucht und bei etwa -11 Grad sind Schneekristalle entstanden, welche das Sonnenlicht reflektierten.

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Glorie auf einer Wolke, 4. Januar 2009

Bild 13: Glorie und Schattenwurf eines Heissluftballons an der Wolkenobergrenze. Die Wolke bestand höchstwahrscheinlich aus kleinen unterkühlten Tröpfchen, welche durch Beugungseffekte den Lichtkranz erzeugten.

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Rauhreif

Nachdem die Obergrenze des Hochnebels einige Tage auf 1000 Meter und höher lag, ist sie am 11. Januar schliesslich auf etwa 800 Meter abgesunken. Damit wurden die mit Rauhreif überzogenen Bäume und Sträucher an der Nebelobergrenze von der Sonne beschienen, und es zeigten sich schöne Lichtspiele. Mehr zum Thema Rauhreif und Oberflächenreif finden Sie hier.

 

Albispass, 11. Januar 2009

Bild 14: Albispass, 11. Januar 2009. Sonnenstrahlen bei absinkender Nebelobergrenze (auf etwa 800 Metern). Nach einigen Tagen im Nebel sind die Bäume dick mit Rauhreif überzogen.

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Albispass, 11. Januar 2009

Bild 15: Albispass, 11. Januar 2009. Nach einigen Tagen im Nebel sind die Bäume dick mit Rauhreif überzogen.

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Albispass, 11. Januar 2009

Bild 16: Albispass, 11. Januar 2009. Wird Rauhreif an festen Gegenständen abgelagert, so wächst er gegen den Wind. Die meiste Zeit über wehte der Wind im Bild also von rechts nach links (Bise).

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Albis-Hochwacht, 11. Januar 2009

Bild 17: Albis-Hochwacht, 11. Januar 2009. "Üetliberg hell" - die Nebelobergrenze liegt auf etwa 800 Metern.

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