Update vom 20.9. um 01 Uhr
In Sils-Maria im Oberengadin wurde seit Messbeginn im September nur einmal mehr Neuschnee gemessen. Sta. Maria im Münstertal hatte ebenfalls erst einmal mehr Neuschnee. Die gemessenen 39 cm in Arosa sowie die 27 cm in Davos reihen sich für den September an 4. Stelle ein.
Auflistung der grössten September-Neuschneemengen seit Messbeginn
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Ort Höhe Messreihe |
Sils-Maria 1798 m seit 1864 |
Arosa 1840 m seit 1890 |
Sta. Maria 1390 m seit 1931 |
Davos 1594 m seit 1931 |
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| Rang 1 |
40 cm 30.9.1973 |
44 cm 21.9.1979 |
4 cm 30.9.1957 |
34 cm 21.9.1979 |
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| Rang 2 |
35 cm 18.9.2011 und 21.9.1979 |
42 cm 11.9.1899
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3 cm 18.9.2011 und 30.9.1973 |
30 cm 26.9.1974
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| Rang 3 |
40 cm 19.9.1897 |
29 cm 13.9.1996 |
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| Rang 4 |
28 cm 19.9.1916
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39 cm 18.9.2011
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2 cm 10.9.1976 und 28.9.1952 |
27 cm 18.9.2011
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Update vom Montag, 19.9. um 13 Uhr
Aussergewöhnliche Septemberschneefälle und Rekordniederschlag
Mit der Kaltfront vom Sonntag trafen die erwarteten starken Schneefälle in den Bergen ein. Am stärksten schneite es in der Nacht auf Montag in Teilen Graubündens. Dabei sank die Schneefallgrenze kurzzeitig auf etwa 800 Meter. Die Folge waren diverse Streckenunterbrüche auf Strassen und Schienen wegen umgestürzten Bäumen.
Aussergewöhnlich grosse Neuschneemengen fielen im Oberengadin sowie in Nord- und Mittelbünden. In St. Moritz lagen heute morgen 45 cm, in Arosa waren es 39 cm und in Davos 27 cm.
Auch die innert 24 Stunden gefallenen Niederschlagsmengen sind für den September einmalig. In Davos waren es 73.0 Liter pro Quadratmeter, so viel wie noch nie seit 1901 im September. In Sta. Maria im Münstertal fielen 100.7 Liter pro Quadratmeter, die Höchste je gemessene Tagessumme seit 1901.
Schaut man in die Vergangenheit, so findet man zwei ähnliche Extremereignisse:
- 21.9.1979
- 5.9.1984
Nachfolgend eine Auflistung der gemessenen Neuschneehöhen (Beobachter vom SLF und MeteoSchweiz) am Montagmorgen um ca. 8 Uhr, im Vergleich mit den vergangenen ähnlichen Fälle:
Ort |
Höhe |
Neuschneehöhen im Vergleich |
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| Ort | Höhe | 18.9.2011 | 21.9.1979 | 5.9.1984 |
| St. Moritz | 1890 m | 45 cm | ---- | ---- |
| Weissfluhjoch | 2540 m | 41 cm | 42 cm | 39 cm |
| Innerglas | 1820 m | 40 cm | ---- | ---- |
| Arosa | 1818 m | 39 cm | 44 cm | 36 cm |
| Sils-Maria | 1798 m | 35 cm | 35 cm | 7 cm |
| Buffalora | 1970 m | 34 cm | 25 cm | 9 cm |
| Motta Naluns | 2150 m | 32 cm | ---- | ---- |
| Samedan | 1750 m | 29 cm | ---- | ---- |
| Davos | 1560 m | 27 cm | 34 cm | 25 cm |
| Splügen | 1457 m | 19 cm | ---- | ---- |
| Innerferrera | 1460 m | 18 cm | ---- | ---- |
| Sedrun | 1420 m | 5 cm | 5 cm | 24 cm |
| Sta. Maria | 1390 m | 3 cm | 0 cm | 0 cm |
| Chur | 556 m | 0 cm | 6 cm | 4 cm |
Niederschlagssummenkarte.gif, 40 KB
Update vom Sonntag, 18.9., 15 Uhr
Davos: Die Temperatur sinkt innert kurzer Zeit um 3 Grad auf den Gefrierpunkt, der Regen geht in Schnee über. Grund ist die hohe Niederschlagsintensität von bis zu 2 Liter pro Quadratmeter in 10 Minuten (Niederschlagsabkühlung).
gross.png, 58 KBSonntag, 14 Uhr: gut 10 Grad kälter als vor 24 Stunden. Die Temperaturverläufe vom Pilatus, Säntis und Napf zeigen dies deutlich auf.
gross.png, 16 KBBericht vom Samstag, 17.9.2011
Am Sonntag, 18. September, erfasst eine kräftige Kaltfront den Alpenraum und beendet eine längeranhaltende Wetterperiode mit warmem Spätsommerwetter. In den Bergen erfolgt ein markanter Wintereinbruch. Die Schneefallgrenze sinkt auf etwa 1500 m, insbesondere in den östlichen Alpentälern mit intensiven Niederschlägen lokal auch tiefer. Winterliche Strassenverhältnisse sind auf den Alpenpässen zu erwarten.
Aussergewöhnlich milde erste Septemberhälfte
Die erste Septemberhälfte war geprägt von warmem Spätsommerwetter. Trotz mehreren Störungsdurchgängen wurde in allen Höhenlagen ein markanter Wärmeüberschuss von 3 bis 4 Grad registriert. Beispielsweise in Zürich war die Tagesmitteltemperatur an keinem Tag unterdurchschnittlich.
Abweichung der Tagesmitteltemperatur von der Norm für Bern (blau), Zürich (rot) und Chur (grün).
gross.png, 30 KBWetterumschlag mit Wintereinbruch in den Bergen
Diese Wärmeperiode wird jetzt abrupt unterbrochen, denn eine Kaltfront erfasst den Alpenraum und bringt am Sonntag einen markanten Temperatursturz. Insbesondere in den Bergen ist der Wetterumschlag nicht nur fühlbar, sondern auch sichtbar. Die Nullgradgrenze fällt innerhalb von weniger als 24 Stunden von 3500 m auf 2000 m ab. Dementsprechend sackt die Schneefallgrenze bis am Sonntagabend auf etwa 1500 m. Mit den erwarteten intensiven Niederschlägen dürfte diese vor allem in den östlichen Alpentälern kurzzeitig sogar tiefer sinken (Niederschlagsabkühlung) und mancherorts für eine weisse Überraschung sorgen.
Unsicherheit bei den zu erwartenden Niederschlagsmengen
Wieviel Neuschnee fällt bis auf welche Höhe?
Diese Frage ist momentan schwierig zu beantworten, denn die Schneefallgrenze hängt stark mit der Intensität der Niederschläge zusammen, und diese wird von den Wettermodellen momentan sehr unterschiedlich modelliert.
Das von MeteoSchweiz entwickelte hochaufgelöste Modell Cosmo7 berechnet am östlichen Alpennordhang sowie in Nord- und Mittelbünden 40 bis 80 Liter pro Quadratmeter. Nur halb soviel Niederschlag simuliert ein anderes wichtiges Vorhersagemodell, das ECMWF.
Auf 1500 bis 2000 Meter ist von wenigen Zentimetern bis zu einem halben Meter somit alles möglich. Ebenfalls offen bleibt, ob die Schneefallgrenze so extrem tief fällt wie es während ähnlichen Wettersituationen im 1979 oder 1984 der Fall war (siehe weiter unten).
Hier gelangen sie zur Gefahrenseite mit den aktuellen Wetterwarnungen
Ähnliche Wetterfälle in früheren Jahren
Septemberschnee auf 1500 m ist nichts Aussergewöhnliches. Sucht man allerdings Ereignisse mit einer Schneedecke unterhalb von 1000 Meter, dann findet man nur ganz wenige Fälle. Die Messstation Chur registrierte im September erst zweimal eine messbare Neuschneemenge, in Elm war es seit 1959 sechsmal der Fall.
Wie geht es ab Montag weiter?
Hinter der Kaltfront vom Sonntag drehen die Winde in allen Höhen auf Nordwest. Feuchte Polarluft staut sich am Alpennordhang und bringt oberhalb 1800 m weitere, jedoch deutlich weniger intensive Schneefälle.
Ab Dienstag stellt sich dann wieder ruhiges hochdruckbestimmtes Frühherbstwetter ein.











