MeteoSchweiz

Aktuelles zum Wettergeschehen

21. April 2010 / Christophe Voisard und Daniel Gerstgrasser

 

Vulkanausbruch in Island - Aktuelle Lage am 21.4.2010

 

Die seit dem 14. April mit Unterbrüchen andauernde Eruption vom Vulkan beim Eyjafjallajökull-Gletscher setzt sich fort. Die in den ersten Tagen des Vulkanausbruchs enstandene Aschewolke hat sich über weite Teile der Nordhemisphäre von Kanada bis nach Ostrussland verteilt und verdünnt. In der Schweiz haben Lidar-Messungen von MeteoSchweiz sowie weitere Beobachtungen gezeigt, dass die Aschepartikel allmählich in die unteren Schichten der Atmosphäre abgesunken sind. Am Dienstagnachmittag und –abend (20. April) wurde ein wesentlicher Teil der Asche wahrscheinlich durch die Regenschauer ausgewaschen. Allerdings sind diesbezüglich keine detaillierten Messungen verfügbar.

Gemäss den neusten Berechnungen des VAAC (Vulcanic Ash Advisory Center) (Abb. 1), die möglichst viele der erwähnten Parameter berücksichtigt, hat sich die Fläche der Aschewolke stark reduziert und wird in den nächsten 24 Stunden auch noch weiter schrumpfen. Zudem zeigen die VAAC Karten, dass sich die restliche Aschewolke nach Westen Richtung Grönland und Kanada verlagert.

 

Prognose vom VAAC London für den 21.4.2010

Abb. 1: Berechnung der Aschewolkeverbreitung vom VAAC London. Die mit roter und grüner Farben umrandeten Flächen zeigen die Regionen mit erhöhter Aschekonzentration zwischen Boden und Flight Level 200 (=6100 Meter Höhe). Die Gültigkeit der Karten ist oben links auf jedem Quadrant angegeben. Die Berechnungen bestätigen, dass die Aschekonzentration im Schweizer Flugraum bereits heute 21. April um 6 Uhr UTC (=8h Lokalzeit) stark abgenommen hat.

VAACAdvisory.png, 141 KB
Berichte aus Isländischen Quellen bestätigen, dass der aktive Vulkan weiterhin Asche ausspuckt, wenn auch in geringerer Konzentration. Auf Grund der aktuellen Trajektorienberechnungen (Abb. 2) besteht momentan keine Gefahr für den Alpenraum. Asche, die von der Luftströmung unterhalb von 1500 Metern verfrachtet werden, driftet über den Atlantik Richtung Kanada. Oberhalb von 1500 Metern und bis auf einer Höhe von 5000 Metern gelangt die Asche in eine Westströmung, welche die Partikel über Schottland, Dänemark, Nordostdeutschland, Osteuropa und Russland verfrachtet.

 

Trajektorienberechnung

Abb. 2: Trajektorienberechnungen basierend auf Windfeldern vom EZMWF in Reading (europäisches Zentrum für Mittelfristige Vorhersage) für den Zeitraum vom 21. April 2010 um 8 Uhr Lokalzeit (6 UTC) bis zum 25. April. Bei den roten und blauen Linien liegen die Trajektorienstartpunkte auf 1000 (rot) und 1500 Metern (blau). Bei den grünen und schwarzen Linien liegen die Startpunkte auf 3000 (grün) und 5000 Metern (schwarz).

Trajektorien.png, 60 KB
Auch die Berechnungen der Bodendeposition von Partikeln vom Flexpart-Modell basierend auf EZMWF Prognosedaten zeigen eindeutig, dass die Vulkanemissionen der nächsten 3 Tage nur über den Britischen Inseln und der Nordsee zu erwarten sind (Abb. 3).

 

Depositionsberechnung

Abb. 3: Depositionberechnungen vom Flexpart-Modell basierend auf EZMWF Felder. Dabei wird angenommn, dass die Emission ununterbrochen vom 20. bis zum 23. April andauert und, dass die Freisetzung auf 2500 Metern über Meer stattfindet. Die Konzentrationen sind relativ. Das Depositionsmuster bestätigt, dass der Alpenraum in den nächsten Tagen von der Asche nicht betroffen wird. Die Britischen Inseln, die Nordsee, Dänemark und Südskandienavien bleiben im Einflussbereich der Vulkanasche.

FlexpartDeposition.png, 55 KB

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