MeteoSchweiz

Aktuelles zum Wettergeschehen

21. Mai 2010 / Daniel Gerstgrasser, Andreas Hostettler

 

Mai 2010: Bisher extrem trüb, aber sonnige und warme Pfingsten

 

Nachdem die ersten 20 Maitage im Norden extrem trüb verlaufen sind, erwarten wir über die Pfingsttage sonniges und warmes Frühlingswetter. Ein Rückblick und ein Ausblick.

 

Rückblick 1. bis 20. Mai

Spontan befragt über das bisherige Maiwetter würden die meisten Leute wahrscheinlich antworten: Trüb, nass und kühl. Eigentlich völlig richtig, für die Deutschschweiz heisst das im Detail:

 

Verlauf der täglichen Abweichung der Temperatur vom langjährigen Mittel für den Mai 2010

Bild 1: Verlauf der täglichen Abweichung der Temperatur vom langjährigen Mittel für den Mai 2010. Die Stationen sind regionsweise geordnet. blau=negative Abweichung, rot=positive Abweichung vom langjährigen Mittel

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Temperatur

Die Tagesmittel liegen insgesamt 1.5 bis 2.2 Grad unter dem langjährigen Schnitt der Jahre 1960 bis 1990. Im nebenstehenden Bild 1 ist der Verlauf der täglichen Temperaturabweichung für verschiedene Regionen dargestellt. An einzelnen Tagen lag die Abweichung bei bis zu 5 Grad, verbreitet zu warm war lediglich der 1. Mai.

 

Verlauf der täglichen Niederschlagssumme in mm für den Mai 2010

Bild 2: Verlauf der täglichen Niederschlagssumme in mm für den Mai 2010. Die Stationen sind regionsweise angeordnet. Tage mit weniger als 0.3 mm Niederschlag sind weiss eingefärbt.

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Niederschlag

Das Soll für den gesamten Monat wurde vielerorts, aber nicht überall bereits erfüllt. Vereinzelt wurde bereits 130 bis 140% des Monatssolls erreicht (Basel, Tänikon/Aadorf). Im Bild 2 ist der zeitliche Verlauf der Tagessummen dargestellt. Auffallend sind dabei nicht die grossen Regenmengen, sondern die hohe Anzahl der Tage an denen es geregnet hat. In St. Gallen und Vaduz gab es beispielsweise nur gerade einen weitgehend trockenen Tag.

 

Summe der täglichen Sonnenscheindauer der Stationen Zürich und Säntis, jeweils vom 1. bis 20. Mai der Jahre 1884 bis 2010

Bild 3: Summe der täglichen Sonnenscheindauer der Stationen Zürich und Säntis, jeweils vom 1. bis 20. Mai der Jahre 1884 bis 2010.

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Besonnung

Dies ist sicher der interessanteste Parameter bisher, und auch hier täuscht der subjektive Eindruck nicht: Die ersten 20 Tage waren extrem trüb und man findet kaum Jahre in denen es vom 1. bis am 20. Mai so wenig Sonne gab.

 

Vom 1. bis 20. Mai 2010 wurden in Zürich 27.7h und am Säntis nur gerade 15.8h Sonne registriert. Eine Analyse der langjährigen Messreihen von Zürich und vom Säntis zeigt folgendes (siehe Bild 3):

 

In der Datenreihe von Zürich findet sich seit Messbeginn im Jahre 1884 kein Jahr mit so wenig Sonne. An zweiter Stelle liegen die ersten 20 Maitage des Jahres 1939 mit einer Summe von 35.5h.

Am Säntis findet man ein einziges Jahr mit weniger Sonnenstunden seit Messbeginn im Jahre 1888: Vom 1. bis am 20. Mai 1902 wurden nur gerade 13.1h aufgezeichnet. Die 15.8h von diesem Jahr liegen dementsprechend auf dem zweiten Rang. Weitere sonnenarme Maiperioden mit einer Summe von weniger als 50h in 20 Tagen gab es in Zürich in den Jahren 1902 und 1978 und am Säntis 1939, 1991, 1978, 1930, 1933 und 1962.

 

Ausblick Pfingsten

Schon seit längerer Zeit zeigen die Prognosemodelle ein „Schönwetterfenster“ über die Pfingsttage. Der Luftdruck ist im Norden bereits am Donnerstag (20.5.) auf 1028 hPa gestiegen, unterhalb von 3500 Metern war die Luftmasse aber ausgesprochen feucht. Am Freitag (21.5.) ist die Atmosphäre von oben her weiter abgetrocknet, in der Zentral- und Ostschweiz erfolgte die Abtrocknung aufgrund der Bisenströmung nur zögerlich.

 

Kamerabild Landquart, 21. Mai 2010, 11h Lokalzeit. Die Feuchte trocknet auch in den unteren Schichten langsam ab

Bild 4: Kamerabild Landquart, 21. Mai 2010, 11h Lokalzeit. Die Feuchte trocknet auch in den unteren Schichten langsam ab.

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Am Samstag (22.5) und am Sonntag (23.5) befindet sich die Schweiz im Einflussbereich von einem Hoch mit Zentrum zwischen England und der Nordsee. Da die Bise erhalten bleibt, dürften am Samstagmorgen noch einige Hochnebelfelder über der Deutschschweiz liegen. Die Feuchte trocknet aber rasch ab und wandelt sich in flache Quellwolken um. Am Nachmittag erreichen die Temperaturen im Osten etwa 21, im Westen 22, im Wallis 24 und auf der Alpensüdseite 25 Grad. Auf Sonntag steigen die Werte nochmals um 1 bis 2 Grad an, die Nullgradgrenze erreicht eine Höhe von 3100 Metern (siehe Bild 5 und 6).

 

Auf Pfingstmontag wird die Druckverteilung rasch flach, und in den unteren Luftschichten dreht die Strömung auf Südwest (siehe Bild 7). Mit der zugeführten Warmluft steigen die Temperaturen auch in der Ostschweiz über die Sommermarke von 25 Grad. Die Nullgradgrenze klettert dabei auf 3600 Meter. Aufgrund der trockenen Luftmasse entwickeln sich höchstwahrscheinlich noch keine Wärmegewitter.

Im Laufe des Dienstags (25.5) erfolgt dann aus Südwesten allmählich eine Anfeuchtung, am Nachmittag nimmt das Schauer- und Gewitterrisiko rasch zu. In der Folge dürfte sich dann eher ein veränderlicher Wettercharakter einstellen.

 

Prognose für Samstag, 22.5.2010

Bild 5: Prognose für Samstag, 22.5.2010. Dargestellt sind die Temperatur (Zahlen an den Stationen), der Wind auf ca. 1500 Metern in kt (Fiedern) und die Höhe der Nullgradgrenze (farbige Linien)

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Prognose für Pfingstsonntag, 23.5.2010

Bild 6: Prognose für Pfingstsonntag, 23.5.2010, 14 Uhr. Dargestellt sind die Temperatur (Zahlen an den Stationen), der Wind auf ca. 1500 Metern in kt (Fiedern) und die Höhe der Nullgradgrenze (farbige Linien).

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Prognose für Pfingstmontag, 24.5.2010

Bild 7: Prognose für Pfingstmontag, 24.5.2010, 14 Uhr. Dargestellt sind die Temperatur (Zahlen an den Stationen) und der Wind auf ca. 1500 Metern in kt (Fiedern).

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Anmerkung zu den dargestellten Temperaturen: Die Werte beziehen sich auf 14 Uhr Lokalzeit. Die effektiven Tageshöchstwerte werden zu dieser Jahreszeit etwa um 17 Uhr erreicht und dürften etwa 2 bis 3 Grad höher liegen.

 

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