Ein kräftiges Hochdruckgebiet lag am Samstag über Mitteleuropa (siehe Bild 1). Es bewirkte im Alpenraum eine kräftige Subsidenz. Subsidenz bedeutet ein grossräumiges, langsames Absinken innerhalb eines Hochdruckgebietes. Dabei werden die Luftmassen abgetrocknet und erwärmt. Dieser Vorgang erklärt das milde und trockene Wetter in den Bergen. Da zudem die aus höheren Luftschichten absinkende Luft einen geringen Staubgehalt aufweist, ist die Fernsicht bei solchen Wetterlagen in grösserer Höhe meist sehr gut. Dies war auch am vergangenen Wochenende der Fall.
Am Samstag wehte der Wind aus Ost- bis Nordost und machte sich im Mittelland als Bise bemerkbar. Die Bise schafft es, die Bodeninversion abzuheben und sie in eine Höheninversion umzuwandeln. Entsprechend hebt der Nebel vom Boden ab und wandelt sich in Hochnebel um, welcher je nach Obergrenze unterschiedlich weit in die nördlichen Alpentäler hineinreicht. Am Samstag lag die Höheninversion und dementsprechend der Hochnebel bei über 1500 Meter.
Am Sonntag verlagerte sich der Schwerpunkt des Hochdruckgebietes nach Osteuropa (siehe Bild 2). Die Bise schwächte sich im Mittelland ab und die Inversion sank auf etwa 1000 Meter. Südlich der Alpen kamen hingegen südöstliche Winde auf und drücken von der Poebene und von der Adria her dunstige und feuchte Luft zur Alpensüdseite. Die Sicht verschlechterte sich zusehends und in der Nacht auf Sonntag trat eine recht kompakte hochnebelartige Bewölkung auf. Man nennt dieses Phänomen auf der Alpensüdseite Retour d’Est. Es kommt im Winter ab und zu vor, dass sich südlich der Alpen eine solche Wolkendecke bildet. Allerdings sind Hochnebellagen nördlich der Alpen deutlich häufiger.
Bild 1: Bodenanalyse und Satellitenbild vom 13.10.2007 um 12 Uhr UTC, dies entspricht 14 Uhr Lokalzeit.
gross.png, 1.3 MBBild3: Satellitenbildanimation vom 14.10.2007. Die Satellitenanimation zeigt sehr anschaulich die langsame Nebelauflösung im Mittelland und die Hochnebelsituation auf der Alpensüdseite.
Satellitenanimation.gif, 2.2 MB



