MeteoSchweiz

Aktuelles zum Wettergeschehen

20. Februar 2007 / Michael Kasper, Heinz Maurer

 

Wenig Schnee, Wärme und Föhn im Februar 2007

 

Häufige Westwindlagen, dazwischen Hochdruckwetter

Der Februar 2007 begann mit einer ruhigen Hochdrucklage. Vom 5.-15.2. herrschte dann in Mitteleuropa unbeständiges Westwindwetter: milde und feuchte atlantische Luftmassen sorgten immer wieder für Niederschläge mit einer Schneefallgrenze, welche zwischen 1000 und 2000 Metern pendelte. Auf Grund der westlichen Anströmung waren die östlichen und südlichen Alpen weniger betroffen. Ab dem 16.2. lag die Schweiz wiederum im Einflussbereich eines Hochdruckgebiets. Zudem führte am 17.2. ein Tief über der Biskaya vor allem in der Höhe sehr milde Luft zur Alpennordseite. So stiegen die Temperaturen auf dem Titlis (3040 m.ü.M.) bis 0.3 Grad an, auf dem 1599 m.ü.M. gelegenen Chasseral wurde mit 12.3 Grad sogar ein neuer Rekord-Höchstwert für den Februar erreicht.

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Kurze Föhnlage am 17./18.2.

Während an diesem Wochenende auf der Alpennordseite milde und sonnige Verhältnisse herrschten, floss auf der Alpensüdseite in den unteren Schichten kühle und feuchte Luft von Osten her ein. Die Obergrenze dieser Luftmasse stieg kontinuierlich an und lag in der Nacht auf Sonntag auf knapp 3000 Metern.

 

Radiosondierung von Payerne (rot) und Milano (blau) in der Nacht zum 18.2.: auf etwa 2700 m.ü.M. beträgt die Temperaturdifferenz 10.5 Grad.

Radiosondierung von Payerne (rot) und Milano (blau) in der Nacht zum 18.2.: auf etwa 2700 m.ü.M. beträgt die Temperaturdifferenz 10.5 Grad.

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Dadurch begann die Luft zunehmend über die Alpenpässe nach Norden zu schwappen. Auf den Kamerabildern ist dieser Effekt sehr schön zu erkennen.

 

18.2.2007, Blick von Rosswald nach Süden zum Simplonpass

18.2.2007, Blick von Rosswald nach Süden zum Simplonpass: die Wolken schwappen von der Alpensüdseite über den Pass nach Norden

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In der Folge stiess diese kühle Luft in die nördlichen Alpentäler vor und sorgte dort für einen recht böigen Föhn. Diese Art von Föhn wird seichter (flacher) Föhn genannt, da er in der Grundschicht entsteht und kaum durch den Höhenwind beeinflusst wird. So war es denn auch in Lagen oberhalb von 3000 Metern vergleichsweise schwachwindig.

 

Blick vom Pizzo Rotondo bei San Bernardino 2800 m.ü.M. zum Misox (links) und Calancatal (rechts)

17.2.07, Blick vom Pizzo Rotondo bei San Bernardino 2800 m.ü.M. zum Misox (links) und Calancatal (rechts): die Inversion liegt hier auf 2300 m.ü.M., Foto: G. Kappenberger

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Wenig Schnee in mittleren Höhenlagen

Der Frühwinter war bereits niederschlagsarm, der Januar zwar feucht, aber extrem mild. Auch im Februar setzte sich dieser Trend fort. Bis zum 20.2. liegen wir wiederum verbreitet 3-4 Grad über den durchschnittlichen Februartemperaturen. Somit verwundert es nicht, dass in vielen Skigebieten akuter Schneemangel herrscht. Nicht nur in tiefen Lagen, sondern auch in Höhenlagen von 1500-2000 Metern liegt momentan wenig Schnee. Besser sieht es oberhalb etwa 2500 Metern aus, wo der meiste Niederschlag in Form von Schnee fiel. Auf der Tabelle am Schluss ist ersichtlich, dass in Davos am 20. Februar noch nie so wenig Schnee lag und das in der Zeit, in der dort durchschnittlich die grössten Schneehöhen gemessen werden!

Schneehöhe im Vergleich zum langjährigen Mittel.gif, 79 KB

Schneehöhe auf 2000 m.gif, 75 KB

 

Schneehöhen am 20. Februar

 Davos1590 mWeissfluhjoch2540 m
Min./Max.1931-2007cm1959-2007cm
1200734197297
21934361998119
32002371964126
41998381969127
51936422007130
Mittelwert 87 181
519401401975236
419481492004238
319511501970242
219551562000264
119991741999290

Apere Südhänge

Blick von Schiers zur Sassauna im Prättigau

Blick von Schiers zur Sassauna, Prättigau: ausgeaperte Südhänge prägen den Winter 2007gross.JPG, 369 KB

Drei Wolkenarten

Drei verschiedene Wolkenschichten

Blick vom Weissfluhgipfel: Man erkennt drei verschiedene Wolkenarten: Stratocumulus, Altocumulus lenticularis und Cirrengross.JPG, 281 KB

Pulverschnee hoch oben

Chüecalanda auf Madrisa auf 2500 m.ü.M

Chüecalanda auf Madrisa auf 2500 Metern: in höheren Lagen findet man sogar Pulverschnee. Auf der Rätschenflue oben links ist eine Schneefahne zu erkennen.gross.JPG, 386 KB
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