Am Sonntag ging eine seit Donnerstag andauernde Föhnlage im Alpenraum zu Ende. Sie war gekennzeichnet durch eine ausgeprägten Stausituation am Alpensüdhang, namentlich auf der Alpensüdseite sowie in den südlichen Wallisertälern. In der Region Simplon-Gondo bis Monte Rosa sowie im Tessin, hier besonders im Maggiatal und im Misox, fiel kräftiger Dauerregen. In den nördlichen Alpentälern blies der Föhn mit Windspitzen von bis 110 km/h.
Niederschlag
Wie vorhergesagt, fiel in der Region Simplon-Gondo bis Monte Rosa sowie im Tessin, hier besonders im Maggiatal und im Misox, kräftiger Dauerregen. Bis Sonntagmorgen sind grossräumig folgende Niederschlagsmengen gefallen: Region Simplon bis Monte Rosa 80-230 mm, Tessin 150-280 mm. Nördlich des Alpenhauptkamms fielen keine nennenswerten Niederschläge. Die Schneefallgrenze bewegte sich zwischen 1900 und 2600 Meter. Auch in den folgenden 2-3 Tagen wird in den aufgeführten Regionen zeitweise Niederschlag fallen, die erwarteten Mengen sind aber vergleichsweise gering.
Weniger Niederschlag als erwartet fiel in der Region Berner Oberland über das Urserental bis ins Tavetsch. Trotz zum Teil kräftiger Höhenwinde fand das Übergreifen des Niederschlags über den Alpenhauptkamm nur sehr begrenzt statt.
Bild 1: 72-stündige Niederschlagsummen (Bodenstationen und Radar). Zu beachten ist jedoch, dass die Radardaten besonders im Wallis die tatsächlich gefallenen Niederschläge unterschätzen. Quelle: GIN-Informationsplattform
gross.png, 823 KBBild 2: 10-minütiger Verlauf des Niederschlags über 78 Stunden an der Station Camedo (Centovalli/TI) und Saas Baalen (Saastal/VS).
gross.gif, 13 KBFöhn
Mit der Staulage am Alpensüdhang ging am Alpennordhang eine Föhnlage einher. Der Föhn war markant, aber nicht überaus heftig. Der Grund lag darin, dass die Föhnströmung über den Alpen kaum Unterstützung fand durch die Winde in grosser Höhe. Der sogenannte Strahlstrom in rund 9000-1000 Meter Höhe, den es für ausgeprägte Föhnlage im Alpenraum braucht, blieb vom Atlantik her kommend über Frankreich stehen und verlagerte sich somit nicht bis zu den Alpen. Die höchsten Windspitzen wurden im Urner Reusstal in der Nacht auf Freitag und im Haslital in der Nacht auf Samstag registiert.
Bild 3: Föhnverlauf den Stationen Meiringen und Altdorf. oben: Lufttemperatur; mitte: relative Luftfeuchtigkeit; unten: Böenspitzen in km/h. Schön zu sehen sind die kurzzeitigen Föhnpausen.
gross.gif, 49 KBEntwicklung der Wetterlage in den kommenden Tagen
Das in den letzten Tagen wetterbestimmende Tiefdruckgebiet über dem westlichen Mittelmeer schwächt sich allmählich ab. Es verlagert am Montag sein Zentrum von den Balearen Richtung Sardinien und führt noch schubweise mässig feuchte Luft aus Südosten heran. Am Dienstag entfernt sich das Tief langsam westwärts. Damit drehen die Höhenwinde auf Süd und führen nochmals eine Staffel feuchterer Luft zur Alpensüdseite, wo sie etwas gestaut wird. Die Niederschlagsmengen sind allerdings im Vergleich zu den vergangenen Tagen unbedeutend. In den Alpentälern wird es vorübergehend leicht föhnig.



