24. Oktober 2006 / Michael Kasper
Altweibersommer Mitte Oktober
Nach dem ersten
Herbststurm von Anfang Oktober bestimmte während fast zwei Wochen ein Hochdruckgebiet das Wetter im Alpenraum. Der bekannte "Altweibersommer" hat sein Maximum häufig Mitte Oktober. So war es auch in diesem Jahr, wie die Grafik der täglichen Sonnenscheindauer von der Bergstation Säntis zeigt. Im Mittelland hingegen bildete sich in der Nacht jeweils Nebel oder Hochnebel, wie es bei herbstlichen Hochdrucklagen typisch ist. Dieser löste sich im Tagesverlauf fast immer vollständig auf.
Tägliche Sonnenscheindauer in Stunden vom 8.-23.10.06 für Zürich und Säntis
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Temperaturverlauf 8.-23.10.06 von Zürich und Davos. Man erkennt den grossen Tagesgang in Davos und die relativ hohen Minimumtemperaturen in Zürich.
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Kaltfront bringt verbreitet Niederschläge
Nach einer Föhnphase am Montag, 23.10. überquerte eine Kaltfront die Schweiz und brachte nach zwei Wochen auch wieder einmal verbreitet Niederschläge auf der Alpennordseite. Zudem sorgte am Dienstag, 24.10. ein starker bis stürmischer Südwestwind für eine gute Durchmischung der Grundschicht. Da zuvor eine im Verhältnis zu Berglagen eher kühle Luftmasse im Mittelland lag, war ein Temperaturrückgang nur in der Höhe zu spüren. Man spricht dabei auch von maskierten Kaltfronten, welche bei uns vor allem im Winter vorkommen. Auf folgender Verlaufsgrafik ist der Temperaturrückgang in der Höhe ersichtlich.
Temperaturverläufe ausgewählter Stationen in verschiedenen Höhenlagen
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Viel zu milder September und Oktober
Nachdem der September bereits zu den wärmsten der letzten 100 Jahre gehörte, ist nun auch der Oktober auf gutem Weg dorthin. Dass der September und der Oktober weit überdurchschnittlich mild sind, kommt recht selten vor. So findet man für Zürich seit 1901 nur wenige Jahre mit deutlich überdurchschnittlichen Monatsmitteltemperaturen in beiden Monaten. Bemerkenswert ist, dass 2004 und 2005 zu diesen Ausnahmen gehören.
Schneefreie mittlere Berglagen
Dass der Oktober 2006 speziell mild und niederschlagsarm in die Geschichte eingehen wird, ist auch anhand des fehlenden Schnees in den mittleren Berglagen festzustellen. So konnte sich in Arosa bisher an keinem Oktobertag eine Schneedecke bilden. Schaut man in die Vergangenheit, so findet man in der 75-jährigen Messreihe nur die Oktober 2001, 1995, 1965, 1943, welche ebenfalls schneefrei waren.
Sommertag für Donnerstag, 26.10. in Sicht
Auch in den nächsten Tagen ist kein Ende der äusserst milden Herbstwitterung zu erwarten. Im Gegenteil: Für Donnerstag zeichnet sich gar eine Wettersituation ab, welche für neue Temperaturrekorde sorgen könnte. So wird im Vorfeld eines umfangreichen Tiefs über Portugal aus Südwesten eine sehr milde subtropische Luftmasse zum Alpenraum geführt. Diese Strömung ist recht trocken sowie leicht hochdruckbestimmt. Mit Föhneffekten dürfte diese Kombination für einen Sommertag zum Beispiel im Churer Rheintal sorgen. Der bisherige Höchstwert für die 3. Oktoberdekade in Chur stammt vom 23.10.1989 mit 26.9 Grad. Damals herrschte eine recht ähnliche Wetterlage. Nachfolgend die Karte mit den Höchstwerten und die Höhenwetterkarte von damals:
Temperaturmaximumkarte vom 23.10.1989.jpg, 127 KB
Herbstimpressionen
Zum Schluss folgen noch ein paar Impressionen vom aussergewöhnlich milden Herbst 2006 (Quelle aller Bilder: MeteoSchweiz).
Bild 2: Bei Richisau/GL, Blick zum Ruchen und Fürberg (Glärnischmassiv)
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Bild 5: Blick von der Klausenpassstrasse zur Schächentaler Windgälle/UR
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Bild 6: Tiefblick vom Schwandengrat auf den etwa 2000 Höhenmeter tiefer gelegenen Klöntalersee
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