Vergleicht man den April 2008 mit jenem des vergangenen Jahres, so zeigen sich einige sehr interessante Gegensätze. Während der April 2007 als wärmster seit Messbeginn, als sehr trocken und sonnig in die Annalen einging, gab es im April 2008 ausgesprochen viel Niederschlag und grosse Schneemengen in den Bergen.
Witterungsflash April 2007, Witterungsflash April 2008
Im folgenden Beitrag werden einige interessante Parameter verglichen. Für die einzelnen Wetterereignisse in diesen zwei Monaten verweisen wir auf die damals erstellten Internet-Beiträge:
April 2007: (1), (2), (3); April 2008: (1), (2)
Typische Wetterlage
Stabiles Hochdruckwetter war in diesem Monat vorherrschend. Das Hoch war lange Zeit so kräftig, dass es auch über den Alpen und im Jura weitgehend die Bildung von Schauern und Gewittern verhinderte.
Ein grosses Hochdruckgebiet liegt über weiten Teilen des Kontinents. Die atlantischen Fronten verlagern sich in einem grossen Bogen um das Hoch herum (Bild 1). Auch in den oberen Luftschichten ist das Hochdruckgebiet sehr stark ausgeprägt, in diesem Fall spricht man von einem Warmlufthoch (Bild 2).
APRIL 2008:
Während der meisten Zeit herrschte über dem Atlantik rege Tiefdrucktätigkeit, wiederholt zogen Ausläufer von diesen Tiefdruckgebieten in Richtung Mitteleuropa (Bild 3 und 4). Ausgesprochen unbeständiges Wetter war die Folge. Im Vorfeld der herannahenden Tiefdruckgebiete etablierte sich oftmals eine Föhnströmung über den Alpen. Hinter den ostwärts abziehenden Störungen konnten sich einige schöne Zwischenhochs ausbilden, wie zum Beispiel im Bild 3 westlich der portugiesischen Atlantikküste. Diese kurzen Hochdruckphasen fielen in der Schweiz mehrmals auf das Wochenende.
Temperaturmittel
Der April 2008 hingegen verlief bezüglich der Mitteltemperaturen insgesamt unauffällig: Vielerorts wurden ziemlich genau die Mittelwerte der Vergleichsperiode der Jahre 1961 bis 1990 erreicht, stellenweise auch leicht überschritten. Einzig das Südtessin zeigt eine deutlich positive Abweichung von etwas mehr als einem Grad. Die oftmals bedeckten Nächte und die dadurch verminderte nächtliche Abkühlung haben wahrscheinlich diese ausgeglichene Bilanz ermöglicht.
Bild 5: Vergleich des Temperaturverlaufs (Stundenmittel) der Station Kloten des Aprils 2007 mit dem April 2008. Im 2007 waren hohe Tagesgänge zu verzeichnen (Sonne, klare Nächte), während im 2008 die Temperaturgegensätze eher gering waren (Bewölkung, Niederschlag, nur einzelne Sonnentage).
gross.gif, 18 KBNiederschlag / Trockenperiode
Hier zeigen sich extreme Unterschiede zwischen dem April 2007 und 2008. Vergleicht man die Anzahl der Tage mit einer Niederschlagssumme von 0.3 mm oder mehr und die Gesamtsummen, so ergibt sich folgendes Bild:
| April 2007 | April 2008 | |||||
| Station: |
Tage mit 0.3mm oder mehr |
Monats- summe in mm |
Abweichung langj. Mittel in % |
Tage mit 0.3mm oder mehr |
Monats- summe in mm |
Abweichung langj. Mittel in % |
| Genf | 4 | 23.1 | 35 | 15 | 144.2 | 219 |
| Bern | 3 | 22.0 | 26 | 18 | 123.8 | 148 |
| Basel | 2 | 2.0 | 3 | 15 | 112.0 | 176 |
| Luzern | 2 | 18.1 | 19 | 17 | 130.6 | 140 |
| Zürich | 1 | 6.4 | 7 | 16 | 183.6 | 211 |
| Davos | 5 | 20.3 | 34 | 17 | 136.9 | 229 |
| Lugano | 3 | 8.6 | 6 | 14 | 223.1 | 147 |
Schneehöhen
Bild 6: Vergleich des Schneehöhenverlaufs der Stationen Grimsel Hospiz (1980 m) und Weissfluhjoch (Schneemessfeld auf 2540 m).
gross.png, 22 KBBildvergleich








