MeteoSchweiz

Aktuelles zum Wettergeschehen

02. Mai 2008 / Daniel Gerstgrasser, Bernd Konantz

 

Vergleich April 2007/08

 

Vergleicht man den April 2008 mit jenem des vergangenen Jahres, so zeigen sich einige sehr interessante Gegensätze. Während der April 2007 als wärmster seit Messbeginn, als sehr trocken und sonnig in die Annalen einging, gab es im April 2008 ausgesprochen viel Niederschlag und grosse Schneemengen in den Bergen.

Witterungsflash April 2007, Witterungsflash April 2008

 

Im folgenden Beitrag werden einige interessante Parameter verglichen. Für die einzelnen Wetterereignisse in diesen zwei Monaten verweisen wir auf die damals erstellten Internet-Beiträge:

April 2007: (1), (2), (3);  April 2008: (1), (2)

 

 

Typische Wetterlage

APRIL 2007:
Stabiles Hochdruckwetter war in diesem Monat vorherrschend. Das Hoch war lange Zeit so kräftig, dass es auch über den Alpen und im Jura weitgehend die Bildung von Schauern und Gewittern verhinderte.

 

Bodenkarte mit Fronten, Freitag 13. April 2007, 12 UTC

Bild 1: Bodenkarte mit Fronten, Freitag 13. April 2007, 12 UTC

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Höhenkarte 500 hPa (ca. 5600 m), Freitag 13. April 2007, 12 UTC

Bild 2: Höhenkarte 500 hPa (ca. 5600 m), Freitag 13. April 2007, 12 UTC

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Ein grosses Hochdruckgebiet liegt über weiten Teilen des Kontinents. Die atlantischen Fronten verlagern sich in einem grossen Bogen um das Hoch herum (Bild 1). Auch in den oberen Luftschichten ist das Hochdruckgebiet sehr stark ausgeprägt, in diesem Fall spricht man von einem Warmlufthoch (Bild 2).

 

APRIL 2008:
Während der meisten Zeit herrschte über dem Atlantik rege Tiefdrucktätigkeit, wiederholt zogen Ausläufer von diesen Tiefdruckgebieten in Richtung Mitteleuropa (Bild 3 und 4). Ausgesprochen unbeständiges Wetter war die Folge. Im Vorfeld der herannahenden Tiefdruckgebiete etablierte sich oftmals eine Föhnströmung über den Alpen. Hinter den ostwärts abziehenden Störungen konnten sich einige schöne Zwischenhochs ausbilden, wie zum Beispiel im Bild 3 westlich der portugiesischen Atlantikküste. Diese kurzen Hochdruckphasen fielen in der Schweiz mehrmals auf das Wochenende.

 

Bodenkarte mit Fronten, Montag 21. April 2008, 12 UTC

Bild 3: Bodenkarte mit Fronten, Montag 21. April 2008, 12 UTC

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Höhenkarte 500 hPa (ca. 5600 m), Montag 21. April 2008, 12 UTC

Bild 4: Höhenkarte 500 hPa (ca. 5600 m), Montag 21. April 2008, 12 UTC

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Temperaturmittel

Der April 2007 ging als wärmster April seit Messbeginn im Jahre 1864 in die Geschichte ein. Zwar wurden nur vereinzelt Rekorde bei den täglichen Höchstwerten registriert, die Monatsmitteltemperaturen lagen aber 1 bis 2 Grad über den bisher bekannten höchsten April-Monatsmitteln. Insgesamt entsprachen die Temperaturen im April 2007 in etwa denen, welche man anfangs Juni erwartet.
Der April 2008 hingegen verlief bezüglich der Mitteltemperaturen insgesamt unauffällig: Vielerorts wurden ziemlich genau die Mittelwerte der Vergleichsperiode der Jahre 1961 bis 1990 erreicht, stellenweise auch leicht überschritten. Einzig das Südtessin zeigt eine deutlich positive Abweichung von etwas mehr als einem Grad. Die oftmals bedeckten Nächte und die dadurch verminderte nächtliche Abkühlung haben wahrscheinlich diese ausgeglichene Bilanz ermöglicht.

 

Vergleich des Temperaturverlaufs (Stundenmittel) der Station Kloten.

Bild 5: Vergleich des Temperaturverlaufs (Stundenmittel) der Station Kloten des Aprils 2007 mit dem April 2008. Im 2007 waren hohe Tagesgänge zu verzeichnen (Sonne, klare Nächte), während im 2008 die Temperaturgegensätze eher gering waren (Bewölkung, Niederschlag, nur einzelne Sonnentage).

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Niederschlag / Trockenperiode

Hier zeigen sich extreme Unterschiede zwischen dem April 2007 und 2008. Vergleicht man die Anzahl der Tage mit einer Niederschlagssumme von 0.3 mm oder mehr und die Gesamtsummen, so ergibt sich folgendes Bild:

 

  April 2007     April 2008    
Station:

Tage mit 0.3mm

oder mehr

Monats-

summe in mm

Abweichung langj.

Mittel in %

Tage mit 0.3mm
oder mehr

Monats-

summe in mm

Abweichung langj.

Mittel in %

Genf 4 23.1 35 15 144.2 219
Bern 3 22.0 26 18 123.8 148
Basel 2 2.0 3 15 112.0 176
Luzern 2 18.1 19 17 130.6 140
Zürich 1 6.4 7 16 183.6 211
Davos 5 20.3 34 17 136.9 229
Lugano 3 8.6 6 14 223.1 147

 

Im April 2007 wurde gebietsweise eine mehr als 3-wöchige Trockenperiode registriert, während im April 2008 vielerorts deutlich mehr als an der Hälfte aller Tage Niederschlag fiel. Punktuell wurden bis zu 20 Tage mit 0.3 mm oder mehr Niederschlag aufgezeichnet. Stellenweise wurde mehr als die doppelte Niederschlagsmenge gemessen als im langjährigen Durchschnitt, so zum Beispiel in Genf, im Raum Zürich-Aargau und im nördlichen Graubünden.

 

Schneehöhen

Aufgrund der hohen Mitteltemperaturen setzte im April 2007 im Gebirge eine rasche und nachhaltige Schneeschmelze ein. Im April 2008 hingegen fielen wiederholt grössere Neuschneemengen, und so lag zum Monatsende noch überdurchschnittlich viel Schnee in den Bergen (Bild 6, der rote und blaue Punkt zeigt das langjährige Mittel der Schneehöhe an den entsprechenden Stationen am 30. April).

 

Vergleich des Schneehöhenverlaufs der Stationen Grimsel Hospiz und Weissfluhjoch

Bild 6: Vergleich des Schneehöhenverlaufs der Stationen Grimsel Hospiz (1980 m) und Weissfluhjoch (Schneemessfeld auf 2540 m).

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Bildvergleich

Der Vergleich der Kamerabilder von der Mittelstation der Corvatschbahn im Oberengadin (Murtel, 2700 m) zeigt eindrücklich die Unterschiede in der Schneehöhe und –verteilung:

 

Kamerabild Murtel mit Blick ins Oberengadin, 15. April 2007, mittags

Bild 7: Kamerabild Murtel mit Blick ins Oberengadin, 15. April 2007, mittags.

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Kamerabild Murtel mit Blick ins Oberengadin, 16. April 2008, mittags

Bild 8: Kamerabild Murtel mit Blick ins Oberengadin, 16. April 2008, mittags.

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