MeteoSchweiz

Aktuelles zum Wettergeschehen

29. Juli 2010 / Marco Stoll, Thomas Schlegel, Bernd Konantz, Daniel Gerstgrasser (Stand: 02. August 2010, 02.00h)

 

1. August-Wetter 2010

 

"Alle Jahre wieder" die spannende und sehr oft gestellte Frage: wie wird das Wetter am Bundesfeiertag? Der 1. August 2010 ist Geschichte und besonders Wagemutige dürfen bereits eine Prognose für den 1. August 2011 abgeben.

Wir konzentrieren uns an dieser Stelle auf den vergangenen 1. August 2010 und fassen das Wetter kurz zusammen.

 

In der Nacht zum 1. August erfassten abgeschwemmte Wolkenfelder einer nördlich der Schweiz durchziehenden Warmfront die Alpennordseite, die sich im Verlauf des Vormittags aber rasch wieder auflösten (siehe Abbildung 1 bis 3). Es blieb trocken.

 

Bild 1: Satellitenbild von 05 UTC (7 Uhr MESZ).

Bild 1: Satellitenbild von 05 UTC (7 Uhr MESZ).

gross.png, 320 KB
Bild 2: Satellitenbild von 06 UTC (8 Uhr MESZ).

Bild 2: Satellitenbild von 06 UTC (8 Uhr MESZ).

gross.png, 325 KB
Bild 3: Satellitenbild von 07 UTC (9 Uhr MESZ).

Bild 3: Satellitenbild von 07 UTC (9 Uhr MESZ).

gross.png, 303 KB

Nachfolgend schien verbreitet die Sonne, so dass zwischen 9 und knapp 13 Stunden Sonnenschein registriert werden konnte. Eine Ausnahme bildete der Jura, wo es nur zu knapp 6 Stunden Sonne reichte. Es entstanden zunächst nur flache Quellwolken, da eine stabile Schicht in der Atmosphähre auf ca. 3000 Meter Höhe deren weiteres Vertikalwachstum zunächst verhinderte. Mit der fortschreitenden tageszeitlichen Erwärmung der unteren Atmosphäre konnte schliesslich diese Sperrschicht "durchbrochen" werden und es bildeten sich teils kräftige Gewitterzellen. Die Gewittertätigkeit nahm am Jura gegen 17 Uhr ihren Anfang und breitete sich in der Folge nach Osten aus. Dabei wurde nebst der Alpennordseite auch das Wallis von Gewittern heimgesucht.

 

 

Bild 4: akkumulierte 12-stündige Niederschlagsmenge bis 22 UTC (aus Radardaten)

Bild 4: akkumulierte 12-stündige Niederschlagsmenge bis 22 UTC (aus Radardaten)

gross.png, 69 KB
Bild 5: gemessener Niederschlag 10-22 UTC

Bild 5: gemessener Niederschlag 10-22 UTC

gross.png, 73 KB
Bild 6: maximale Windböe zwischen 10 und 22 UTC

Bild 6: maximale Windböe zwischen 10 und 22 UTC

gross.png, 88 KB

Bild 4 zeigt die aus Radardaten abgeleitete 12-stündige Niederschlagsmenge bis 22 UTC (24 Uhr MESZ), in Bild 5 sind die gemessenen Niederschlagsmengen abgebildet. Einen trockenen 1. August 2010 gab es in Teilen der Westschweiz, im Mittel- und Südtessin, in Mittelbünden, dem Engadin und in den angrenzenden Südtälern.

Der in Gewitternähe böig auffrischende Wind brachte Spitzenböen zwischen 40 und 60 km/h, stellenweise lagen die Werte noch darüber. Beispielsweise in Bern und Bière (92 km/h), in Luzern (85 km/h) oder in Sion (81 km/h).

 

1. August - die letzten 28 Jahre

 

Zum Niederschlag

Für die Festanlässe am Abend des Nationalfeiertags der Schweiz am 1. August sind natürlich überall in unserem Lande gute Wetterbedingungen mit hohen Temperaturen und trockenen Verhältnissen wie am letzten 1. August 2009 erwünscht. Doch erfüllt das Wetter am 1. August in der Regel unsere Erwartungen? Ein Blick zurück in die Messdaten von MeteoSchweiz zeigt, dass in den letzten Jahren nicht alle Regionen vom Wetterglück gleichermassen begünstigt waren.

 

Im vergangenen Vierteljahrhundert fielen im Mittelland am wenigsten 1. August-Feiern ins Wasser. In Basel und in Genf regnete es nur gerade an drei bzw. vier 1. August-Abenden. Stark bevorzugt war die Region der Stadt Bern mit keinem einzigen verregneten 1. August-Abend (Tabelle 1).

Etwas mehr regnerische 1. August-Abende verzeichnet die Alpensüdseite. Am wenigsten Wetterglück hat eindeutig der Alpennordhang. So muss man zum Beispiel in Glarus praktisch jedes zweite Jahr mit einem verregneten 1. August-Abend rechnen. Die regionalen Unterschiede sind hauptsächlich auf die sommerliche Gewittertätigkeit zurückzuführen, welche in den alpinen Regionen stärker ausgeprägt ist als im Flachland.

 

Niederschlag am 1. August in den Jahren 1982 bis 2009

Tab. 1: Niederschlag am 1. August in den Jahren 1982 bis 2009, abends zwischen 20 Uhr und Mitternacht.

Regen_1Aug82bis99_gross.gif, 30 KB
 
Abb. 3: Temperatur am 1. August der Jahre 1982 bis 2009

Bild 7: Temperatur am 1. August der Jahre 1982 bis 2009, jeweils abends zwischen 20 Uhr und Mitternacht an den Standorten Genf, Glarus, Adelboden und Lugano.

Temperatur_1Aug82bis99_gross.gif, 29 KB

Zur Temperatur:

Der 1. August kann je nach Region recht kühl ausfallen, obwohl es sich eigentlich um die wärmste Zeit des Jahres handelt. Bevorzugt ist das Tessin mit konstant angenehmen Temperaturen am 1. August-Abend. Auf der Alpennordseite hingegen kann die Temperatur selbst im Flachland je nach Wetterverhältnissen unangenehm tief sein, so dass ein Pullover oder eine Jacke gute Dienste leisten (Abbildung 3).

 

FrançaisItalianoEnglish Über uns Shop
       
Allgemeine Lage Detailprognose Aktuelles Wetter Ozonschicht Gesundheit Vegetationsentwicklung Modellvorhersagen Spezialprognosen Wetterereignisse Wetterrückblick
Klima Schweiz Klima heute Klima morgen Klima international Messsysteme Klima Berichte
Aviatik Bau- & Landwirtschaft Strassen Outdoor Alpin Outdoor Wasser Beratung Datenportal Energie Tourismus Versicherungen Öffentliche Verwaltungen Schulen & Universitäten Telefon, Fax, Mobile Homepage
Forschung & Entwicklung Publikationen Veranstaltungen Konsortien Aktuelle Projekte Abgeschlossene Projekte
Gefahren Wochenvorhersage Unwetterbulletin Zusatzinformationen Kantone