MeteoSchweiz

Tagesaktualitäten

03. Februar 2012

Kontinentale Polarluft flutet die Schweiz

 

Meteosat MSG-9 VIS Kanal 12 UTC / Temperaturen

Satellitenbild (sichtbarer Kanal) mit ausgewählten Bodenstationen (Temperaturwerte) von heute Mittag 12 UTC

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Im Laufe des Tages ist aus Nordosten noch etwas kältere und besonders auch trockenere Luft eingeflossen. Diese Luftmasse stammt ursprünglich aus Mittelsibirien. (Siehe auch der detaillierte Bericht "Kältewelle erreicht die Schweiz").

 

Der Zustrom dieser kontinentalen Polarluft bewirkte die zunehmende Auflösung der Hochnebelschicht in der Nordschweiz sowie etwas verzögert auch über weiten Teilen des Mittellands. Damit wurden die tiefsten Nachttemperaturen im Flachland in der Nordschweiz registriert. In Fahy bei Pruntrut wurden -16.2 und in Basel Binningen -15.8 Grad gemessen. Immerhin die 10. kälteste Tiefsttemperatur an dieser Station seit 1978.

 

Weiter südlich verhinderte die meist kompakte hochnebelartige Bewölkung mit einer Obergrenze zwischen 1900 bis 2300 Metern extremere Tiefsttemperaturen. So wurde es in La Brévine am Morgen nach dem Jubiläumsfest des 25-jährigen Temperaturrekords (12.1.1987 -41.8 Grad) "nur" -26.4 Grad kalt. Am tiefsten sank das Thermometer in Buffalora im Schweizerischen Nationalpark; hier wurden -27.0 Grad gemessen.

 

Diese hochnebelartige Bewölkung markierte den Übergang von der mässig feuchten Polarluft zur obenbeschriebenenen trockenen kontinentalen Polarluft. Diese eigentliche Frontalzone staute sich ganztags an den Voralpen und drang teils weit bis in die inneren Alpentäler vor. So wurde im Oberwallis nur wenig Sonne registriert.

 

Aber nicht nur aufgrund der Besonnung konnten die unterschiedlichen Luftmassen ausgemacht werden, sondern auch aufgrund der sogenannten Taupunkttemperatur, einem wichtigen meteorologischen Parameter zur Bestimmung von Frontalzonen. Die Taupunkttemperatur ist gleich der Lufttemperatur bei einer relativen Feuchtigkeit von 100%. In den Morgenstunden ist der Taupunkt über dem nördlichen Mittelland im Bereich der trockeneren Luftmasse auf sehr tiefe Werte gefallen. So registrierte Schaffhausen eine Taupunkttemperatur von -23.8 Grad, auf dem Hörnli waren es sogar -29.4 Grad.

 

Infolge starken Druckfalls über dem westlichen Mittelmeer stieg auch der Ost-West Druckgradient über dem Mittelland sowie der Nord-Süd Gradient über die Alpen. Dies hatte zur Folge, dass sich die Bise über der Westschweiz weiter verstärkte. In den kommenden Stunden werden am Genfersee Windspitzen von 80 bis 100 km/h erwartet. Bei Temperaturen zwischen -5 und -12 Grad ergeben sich damit gefühlte Temperaturwerte von -20 bis -25 Grad. Weitere Informationen zum Bisensturm: "La bise aggrave la vague de froid" / Spezialbericht von Météo Genève

 

Im Bereich des aussergewöhnlichen Kaltluftausbruchs können nicht nur im Alpenraum interessante Wetterphänomene beobachtet werden. Weite Teile Europas erleben diese Tage extremes Wetter. Nicht nur die Kälte wird insbesondere in Osteuropa zu einem Problem. In einigen Regionen Italiens schneit es schon seit Tagen teils ergiebig. Weite Teile der Poebene sind schneebedeckt. Heute meldete auch Rom starken Schneefall. In Istanbul wurde schon der 5. Tag in Folge Schneefall gemeldet und schwere Borastürme suchen die kroatische Küste heim. Im Balkan, sowie in Rumänien schneit es ebenfalls seit Tagen ergiebig.

 

 

SwissMetNet Wetterkameras: ausgewählte Bilder

MeteoSchweiz Wetterkamera Gütsch, Bild 15.50 UTC. Haloerscheinung an Eisnadeln. Das optische Phänomen wird zudem links und rechts von Nebensonnen flankiert.

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Tiefsttemperaturen Europa und Nordafrika vom 3. Februar 2012, 06 UTC

Tiefsttemperaturen Europa und Nordafrika vom 3. Februar 2012, 06 UTC

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Gesamtschneehöhen Europa und Nordafrika vom 3. Februar 2012, 06 UTC

Gesamtschneehöhen Europa und Nordafrika vom 3. Februar 2012, 06 UTC

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