MeteoSchweiz

Hitze

Im Sommer 2003 waren auch in der Schweiz rund 1000 zusätzliche Todesfälle wegen der Hitzewelle zu verzeichnen. Von Klimamodellen weiss man, dass Hitzewellen in Zukunft häufiger auftreten können.

 

Einfluss der Temperatur auf den Menschen
Der menschliche Körper befindet sich in einer dauernden Auseinandersetzung mit den thermischen Umgebungsbedingungen. Das Ziel des menschlichen Organismus ist es, die Körpertemperatur konstant bei 37° C zu halten. Dazu muss die Wärmeproduktion und die Wärmeabgabe ständig im Gleichgewicht gehalten werden. Da die Thermoregulation mit dem Blutdruck gekoppelt ist, steigen mit zunehmender Wärme- oder Kältebelastung auch die Anforderungen an das Herz-Kreislaufsystem. Die typische Verteilung der Mortalitätsdaten zeigt im Sommer üblicherweise ein Minimum, ausser wenn eine ausgeprägte Hitzewelle zu verzeichnen ist. Bei hohen Temperaturen über mehrere Tage, treten vermehrt Todesfälle auf. Betroffen sind überwiegend ältere Personen mit Atemwegs- und Herz-Kreislauferkrankungen. Schwieriger zu erfassen sind die Auswirkungen der Hitzewellen, die nicht zum Tod führen. Generell ist zu erwarten, dass sich die thermische Belastung ebenfalls negativ auf den allgemeinen Gesundheitszustand, die Leistungsfähigkeit und das Wohlbefinden der Menschen auswirkt.

Mass für die Hitzebelastung
Das einfachste Mass für die Wärmebelastung ist die Lufttemperatur. Da der Körper durch Schwitzen sehr viel Wärme abgeben kann, hat aber auch die Feuchtigkeit der Luft einen grossen Einfluss auf die Temperaturempfindung. Es gibt zahlreiche Indices, die versuchen, diese Wärmeempfindung in eine Zahl zu fassen: Ganz simple, die einfach zu berechnen sind, oder komplizierte Wärmebilanzmodelle, welche die Temperaturflüsse im menschlichen Körper simulieren. Erst bei diesen komplexen Modellen kann man wirklich von einer ?gefühlten Temperatur? sprechen.
Als Mass für die Hitze verwendet MeteoSchweiz zurzeit den Hitzeindex (heat index) des amerikanischen Wetterdienstes (NOAA). Dieser berücksichtigt nebst der Temperatur auch die Luftfeuchtigkeit. Der Grund: Wärme lässt sich bei trockener Luft besser ertragen als bei hoher Luftfeuchtigkeit (Schwüle). Wenn die Schwelle von 90 an drei aufeinander folgenden Tagen überschritten wird, dann erhalten die zuständigen Behörden den "heat flash" mit einer Information wie lange die Hitzeperiode noch etwa dauern wird.

Verhaltensregeln bei Hitzeperioden

Ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen, aber wenig alkoholische, koffeinhaltige, stark gesüsste oder sehr kalte Getränke

Längere Aufenthalte im Freien (am Morgen oder Abend)

Innenräume am Morgen gut lüften, dann Sonneneinstrahlung vermeiden (Storen/Fensterläden)

Schattenplätze, gekühlte Räume aufsuchen

Kleidung anpassen (leicht, hell, bequem)

Niemanden in geschlossenem Fahrzeug lassen

Mit älteren oder einsamen Personen vermehrt Kontakt aufnehmen

 

Auswirkungen von längeren Hitze- und Trockenperioden auf die Natur

hitzewelle

Lange Hitze- und Trocken-perioden hinterlassen Spuren

 
ausgetrocknete Böden

Ausgetrocknete Böden

 
ausgetrocknetes flussbett

Ausgetrocknetes Flussbett

Extreme Sommerhitze 03

Infos zu Hitzewellen

Gefühlte Temperatur

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