Die atmosphärischen Bedingungen beeinflussen das Wachstum und die Entwicklung fast aller Lebewesen. So hat das Wetter und das Klima auch einen Einfluss auf den Menschen und dessen Gesundheit. Es kann zwischen direkten und indirekten meteorologischen Einflüssen unterschieden werden.
Direkte Einflüsse
Darunter sind vor allem extreme Wettersituationen zu verstehen wie Stürme (Orkane), extreme Hitze oder Kälte, Ueberschwemmungen, Trockenheit oder Lawinen. Alle diese Erscheinungen können die Gesundheit oder sogar das Leben der Menschen gefährden. Nachgewiesen ist auch der schädliche Einfluss einer zu hohen UV-Strahlung. Insbesondere kann eine Erhöhung der Hautkrebsrate und des grauen Stars festgestellt werden. Zu den direkten Einflüssen gehört auch die sogenannte Wetterfühligkeit. 30 bis 50% der Bevölkerung leidet unter gewissen Wetterlagen. "Berühmt" ist in dieser Hinsicht der Föhneinfluss, die Bise und allgemein der Wetterwechsel. Die Symptome bei der Wetterfühligkeit sind mannigfaltig. Es wird angenommen, dass das Wetter ein zusätzlicher Stressfaktor sein kann, da sich der menschliche Organismus den sich ändernden Bedingungen in der Atmosphäre (Wetterwechsel) anpassen muss.
Indirekte Einflüsse
Indirekt wird die menschliche Gesundheit durch Krankheitserreger, durch die Luftverschmutzung und durch Allergien beeinflusst. Viele Ueberträger von Krankheiten sind von den meteorologischen Bedingungen abhängig. Auch die Luftschadstoffverbreitung steht in enger Beziehung zur Meteorologie. Die Luftverschmutzung kann sich negativ auf Personen mit Atemwegserkrankungen wie Asthma oder chronische Bronchitis auswirken. Allergien können unter anderem durch Pollen, Pilzsporen oder Hausstaubmilben hervorgerufen werden.
Positive Einflüsse
Neben den negativen Einflüssen dürfen aber die positiven nicht vergessen werden. Schon seit Jahrhunderten ist der gesundheitsfördernde Effekt einer Klimakur in den Bergen oder am Meer bekannt. Die meteorologischen Elemente wie Strahlung, Wind und Temperaturverhältnisse stimulieren den menschlichen Organismus. Auch eine gewisse Dosis von UV-Strahlung ist für die menschliche Gesundheit notwendig (Vitamin D-Bildung).
Gesundheit und Klimaerwärmung
Aufgrund erhöhter Konzentrationen von Treibhausgasen in der Atmosphäre wird mit einer Klimaerwärmung gerechnet. Aenderungen von Lufttemperatur, Luftfeuchtigkeit, UV-Strahlung und Niederschlagsverhältnisse beeinflussen wieder direkt und indirekt die menschliche Gesundheit. Milde Winter können zum Beispiel die kälteinduzierten Todesfälle vermindern, während heisse Sommertemperaturen die Todesfallrate erhöhen kann. Krankheitserreger können sich schneller entwickeln und verbreiten. Das könnte bedeuten, dass die Malaria in Zukunft in Gegenden auftreten wird, wo sie heute nicht vorhanden ist.