Das Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie MeteoSchweiz soll in den nächsten beiden Jahren Reformschritte einleiten, um sich für die mögliche Zukunft als selbstständige, öffentlich-rechtliche Anstalt in der dezentralen Bundesverwaltung vorzubereiten. Dazu gehören unter anderem ein Ausbau des Radar- und Bodenmessnetzes oder die Weiterentwicklung hochspezialisierter Dienstleistungen für Private und Unternehmen. Entsprechende Zielvorgaben hat der Bundesrat im Leistungsauftrag für MeteoSchweiz für die Jahre 2012 bis 2013 festgeschrieben.
Gemäss dem Leistungsauftrag sollen einerseits das Angebot ausgebaut und andererseits das Produktportfolio gestrafft werden. Im Hinblick auf die befürchtete Häufung von extremen Wetterereignissen in der Zukunft soll MeteoSchweiz 80 neue Messstationen - unter anderem für die nationale Hochwasservorhersage - einrichten und seine Zusammenarbeit mit anderen Bundesstellen und Institutionen im Bereich der Naturgefahren und des Bevölkerungsschutzes verstärken.
Auch in anderen Bereichen wie zum Beispiel den erneuerbaren Energien sollen das Angebot erweitert und massgeschneiderte spezialisierte Dienstleistungen weiter entwickelt werden. Gleichzeitig soll MeteoSchweiz die Informatik-Infrastruktur anpassen, um die Basisleistungen des Wetter- und Klimadienstes frei zugänglich zu machen. Mindereinnahmen wegen der Bereinigung des Produktportfolios müssen intern kompensiert werden. MeteoSchweiz rechnet mit einem Ausfall von rund 3,5 Millionen Franken gegenüber dem ursprünglichen Budget.
Nach dem Willen des Bundesrates wird MeteoSchweiz ab 2014 in die dezentrale Bundesverwaltung ausgelagert. Im Juni schickte der Bundesrat die entsprechende Revision des Meteorologiegesetzes in die Vernehmlassung. Der Gesetzesentwurf sieht vor, dass MeteoSchweiz seine Basisdienstleistungen für die Allgemeinheit kostenlos anbietet und dafür vom Bund entschädigt wird. Gleichzeitig soll sich die Anstalt mit massgeschneiderten, kostenpflichtigen Vorhersagen oder Gutachten auf dem freien Markt behaupten. Heute ist MeteoSchweiz ein so genanntes FLAG-Amt, das mit Leistungsauftrag und Globalbudget geführt wird.
Kontakt: Bärbel Zierl, Kommunikation, 044 256 93 51, media@meteoschweiz.ch
Weitere Informationen zu FLAG (Führen mit Leistungsauftrag und Globalbudget)
http://www.flag.admin.ch/d/index.php

