MeteoSchweiz

Das saisonale Klimabulletin der MeteoSchweiz

01. Dezember 2009

 

Flash der MeteoSchweiz zum Herbst 2009

 

Der Herbst 2009 (von September bis November) war im Schweizer Mittel der Drittwärmste seit Beginn der Datenreihen im Jahr 1864. In den Niederungen der Alpennordseite und im Zentralwallis war in den letzten 145 Jahren einzig der Herbst 2006 noch milder. Verbreitet fiel weniger Niederschlag als im Mittel der Jahre 1961-90, und dank wenig Nebel zeigte sich die Sonne in den Tieflagen der Deutschschweiz überdurchschnittlich oft.

 

Extrem milder Herbst

Der Herbst 2009 war einer der wärmsten seit Beginn der Datenreihe im Jahr 1864. Im Schweizer Mittel wiesen nur die Herbste 2006 und 1987 noch mildere Temperaturen auf. In den tiefen Lagen der Alpennordseite und des Rhone- und Rheintales war der Herbst 2009 sogar der Zweitwärmste. Hier erreichten die Wärmeüberschüsse verbreitet 1.6 bis 2.0 Grad, im Rhone- und Rheintal 2.0 bis 2.5 Grad. Den Hauptanteil der positiven Temperaturabweichung lieferte der November, derweil der Oktober mehr oder weniger normale Temperaturen aufwies. In höheren Lagen war der Oktober sogar etwas kühler als im Mittel von 1961-90 gewesen. Da in allen drei Monaten in hohen Lagen der Alpen vergleichsweise wenige sonnig-milde Tage auftraten, war der Wärmeüberschuss des Herbstes 2009 mit zunehmender Höhe geringer. In Gipfelregionen erreichte er nur 1 Grad, in Nordbünden sogar nur 0.5 Grad. In tiefen Lagen der Alpensüdseite war der Herbst 2009 allgemein 1.2 bis 1.5 Grad wärmer als normal.

 

Föhn auf dem Walensee

Südföhn auf dem Walensee (Foto: Marco Stoll).

Überwiegend Niederschlagsdefizite

Der November als letzter Herbstmonat brachte zwar landesweit überdurchschnittliche Niederschlagsmengen. September und Oktober waren aber niederschlagsarm gewesen, so dass verbreitet ein Niederschlagsdefizit verblieb. Im Zentralwallis, im Nordtessin und im Misox wurden nur etwa zwei Drittel der Normalsummen registriert. Werte unter 80 Prozent gab es verbreitet auch im Südwallis, im Engadin, im Münstertal und vereinzelt im Jura und Mittelland. Insgesamt fast normale Regensummen gab es im Herbst 2009 im östlichen Flachland und an den Voralpen. Sogar leicht übernormale Niederschlagssummen resultierten im Mendrisiotto wegen starken Gewitterregen im September und teils am zentralen und östlichen Alpennordhang wegen überdurchschnittlichen Niederschlägen im Oktober.

 

Sonnendefizit in den höheren Lagen, aber ein Plus im Flachland

 Im Jura und in den höheren Lagen des Alpennordhangs und Graubündens erreichte die Besonnung trotz dem recht sonnigen September insgesamt nicht ganz die übliche Stundenzahl, weil sich ab Oktober unbeständiges Wetter einstellte und die schönen Spätherbsttage sich rar machten. Das Sonnenscheindefizit hielt sich mit Werten über 90 Prozent meist in Grenzen. Die nördlichen Voralpengipfel blieben aber unter 90 Prozent der normalen Herbstbesonnung. Auf dem Napf und dem Pilatus wurden sogar nur 77 Prozent der normalen Sonnenscheindauer gemessen. Umgekehrt gab es wegen der unbeständigen Witterung in tiefen Lagen weniger Herbstnebel als üblich. Im Mittelland, im Vierwaldstätterseegebiet, im Rheintal und im Südtessin war die Besonnung mit 105 bis 120 Prozent der Norm grösser als im Mittel der Herbste von 1961-90. Auch im Wallis reichte es für ein kleines Sonnenscheinplus. Am Alpensüdhang und am Juranordfuss war die Besonnung im Herbst 2009 normal.

 


Stand: 1.12. 2009, Klimadienste MeteoSchweiz

Die hier publizierten Zahlen sind vorläufige Werte, da nicht alle Messungen der MeteoSchweiz zum Zeitpunkt der Erstellung zur Verfügung standen. Der Flash darf unter Quellenangabe „MeteoSchweiz“ ohne Einschränkungen weiterverwendet werden.

 

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