MeteoSchweiz

Das saisonale Klimabulletin der MeteoSchweiz

01. Juni 2011

 

Flash der MeteoSchweiz zum Frühling 2011

 

Die Schweiz erlebte gemäss den Aufzeichnungen der MeteoSchweiz den wärmsten Frühling seit Messbeginn im Jahr 1864. Die Niederschlagsmengen blieben gebietsweise massiv unter dem Durchschnitt von 1961-90, und die Besonnung war markant grösser als im langjährigen Durchschnitt.

 

Besonders im April viel zu warm

Der Frühling 2011 startete mit sieben winterlich kalten Märztagen. Danach bewegten sich die Temperaturen aber sehr oft deutlich über dem langjährigen Durchschnitt der Monate März bis Mai. Insbesondere die ersten elf Apriltage brachten extreme Wärmeüberschüsse und in der Südschweiz mit Werten bis über 31 Grad neue April-Rekordtemperaturen. Während der Wärmeüberschuss im Monat März noch moderat ausfiel, gehörten die Monate April und Mai verbreitet zu den drei Wärmsten der Messreihen ab 1864. Daraus resultierte im schweizerischen Durchschnitt der seit Messbeginn 1864 wärmste Frühling (Abb. 1). Die positive Temperaturabweichung erreichte verbreitet 3 bis 4 Grad, in den östlichsten Regionen vereinzelt auch weniger als 3 Grad, in den Hang- und Gipfellagen der zentralen und westlichen Alpen und des Juras aber über 4 Grad.

 

Frühlingstemperatur Schweiz 1864-2011

Abb. 1: Schweizer Mittel der Frühlingstemperaturen (März - Mai) von 1864 - 2011.

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Gebietsweise extrem trocken

Der März und besonders der April waren fast überall viel zu trocken. Einzig im Mai gab es vor allem an den nördlichen Voralpen, am Alpennordhang und in Nordbünden auch verbreitet Regenüberschüsse. Für den Frühling 2011 ergab sich regional ein markantes Regendefizit. Im Jura, im Flachland vom Genfersee bis ins Zürcher Unterland so wie vom Wallis über das Gotthardgebiet bis ins Bündner Oberland, Misox und Tessin fielen meist nur 30 bis 50 Prozent der normalen Frühlingsregen. In den übrigen Landesteilen resultierten meist 50 bis 85 Prozent der normalen Regensummen.

 

Ausgesprochen sonnig

Das über weite Strecken des Frühlings dominierende Hochdruckwetter sorgte für ein ausgesprochen sonnige Verhältnisse. Nördlich der Alpen erreichten die Werte meist 160 bis 180 Prozent der mittleren Frühlingsbesonnung der Periode 1961-90. In den Alpen und im Süden wurden verbreitet 130 bis 150 Prozent registriert.

 

Sehr frühe Entwicklung der Vegetation

Die Vegetation entwickelte sich im Frühling 2011 ausserordentlich früh. Der Frühlingsindex zeigt im Jahr 2011 den zweitfrühsten Wert nach demjenigen von 1961. Der Frühlingsindex ist ein statistisches Mass, das eine Aussage über die Vegetationsentwicklung als Gesamtheit ermöglicht.

 

Mehr zum Frühlingsindex

 

 

 

 

Stand: 1. Juni 2011, Klimadienste MeteoSchweiz

Die hier publizierten Zahlen sind vorläufige Werte, da nicht alle Messungen der MeteoSchweiz zum Zeitpunkt der Erstellung zur Verfügung standen. Der Flash darf unter Quellenangabe "MeteoSchweiz" ohne Einschränkungen weiterverwendet werden.

 

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