MeteoSchweiz

Das monatliche Klimabulletin der MeteoSchweiz

31. Mai 2010

 

Witterung in Mai 2010

 

Der Mai war weithin ausserordentlich trüb und vor allem in den inneren Alpen und im Süden nass. In der Deutschschweiz gab es meist weniger als zwei Drittel der normalen Besonnung. Im Wallis fiel bis zu drei Mal so viel Regen wie im langjährigen Mittel. Die Temperaturen blieben im Norden teils geringfügig unternormal und im Süden leicht über dem Mittel von 1961-90.

 

Lange Schlechtwetterperiode: Kühl, nass und ungewöhnlich trüb

Die erste Maihälfte brachte landesweit kühles und ungewöhnliches trübes Wetter. Fast täglich fiel Regen, wobei im Wallis und auf der Alpensüdseite bis zur Monatsmitte schon eineinhalb bis zwei Mal soviel Regen niederging wie normalerweise in einem ganzen Mai. Die Besonnung bis zum 15. Mai war an den meisten Orten der Schweiz die Spärlichste seit Messbeginn. In Lugano wurden insgesamt 26.4 Stunden Sonne registriert. Die seit Messbeginn im Jahr 1885 geringste Summe der ersten Maihälfte betrug rund 44 Stunden (1889 und 1947). Mit einer Drehung des Höhenwindes auf nördliche Richtungen folgte auf der Alpensüdseite dann vom 16. bis 25. Mai eine sehr sonnenreiche Periode. Lugano mass in diesen 10 Tagen 109.3 h Sonne.

 

In der Deutschschweiz hielt das trübe und nass-kühle Wetter bis am 20. Mai an. Die Temperaturen lagen 1.5 bis 2 Grad unter dem Mittel von 1961-1990. In St. Gallen und Vaduz gab es nur einen einzigen weitgehend trockenen Tag. In Zürich erreichte die Besonnung bis dahin erst 27.7 Stunden und auf dem Säntis sogar nur 15.8 Stunden (Abb. 1). Für Zürich war dies der tiefste Wert seit Messbeginn im Jahre 1884, auf dem Säntis gab es seit 1888 in den ersten 20 Maitagen nur im Jahr 1902 noch weniger Sonne (13.1 Stunden).

 

Sonnenstunden Mai erste 20 Tage, 1864-2010, Zürich, Säntis

Abb. 1: Die Summe der Sonnenstunden der ersten 20 Maitage von 1884-2010 in Zürich und auf dem Säntis (MeteoSchweiz, D. Gerstgrasser).

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11. Mai: Erste Hagelgewitter im alpennahen Mittelland

Mit der Annäherung einer Kaltfront aus Westen zogen am 11. Mai nachmittags die ersten Hagelgewitter des Jahres 2010 über das alpennahe Mittelland. Kurz nach 15 Uhr entwickelten sich die Gewitterzellen im Gebiet Emmental-Entlebuch und zogen dann Richtung Bodensee (Abb. 2). Sie brachten starke Regenfälle, Hagelschlag und Windböen von 60 bis 100 km/h. Damit einher ging ein Temperatursturz auf 10 Grad oder noch weniger.

 

Hagelkarte 11. Mai 2010

Abb. 2: Hagelkarte vom 11. Mai 2010 erstellt aus der Analyse von Niederschlagsechos im Radar.

Sommerliche Pfingsten

Über Pfingsten sorgte ein Hochdruckgebiet endlich für sommerliches Wetter. Vom 22. bis 24. Mai registrierte der Säntis mit 34.8 Stunden mehr als doppelt soviel Sonnenschein als in den ersten 20 Maitagen. Die Tageshöchsttemperaturen stiegen am Pfingstmontag (24. Mai) auch im Norden auf sommerliche 25 bis 28 Grad. Ab Wochenmitte wurde die Witterung dann wieder unbeständig und kühler.


Monatsbilanz
Die Besonnung war im Jura und in der Deutschschweiz aussergewöhnlich gering. Seit 1886 waren hier im Allgemeinen nur die Maimonate 1939 und 1984 noch sonnenärmer. Am zentralen und östlichen Alpennordhang gab es teils nur die Hälte der normalen Maibesonnung. In Altdorf war der Mai 2010 der sonennärmste seit Messbeginn 1956. Im Wallis und im Süden zeigte sich die Sonne häufiger. Im Sottoceneri wurden teils normale Sonnenscheinwerte erreicht. Die Niederschläge waren im westlichen Jura und Mittelland lokal unterdurchschnittlich, sonst aber meist deutlich übernormal. In den inneren Alpen und im Süden fiel teils mehr als das Doppelte, im Wallis bis zum Dreifachen der normalen Mainiederschläge. In Sion wurde der nässeste Mai seit Messbeginn 1864 notiert. Die Temperaturen erreichten im Landesdurchschnitt etwa normale Werte. In mittleren Höhenlagen der Alpennordseite resultierte ein leichtes Temperaturdefizit. Im Rhonetal, im Engadin und im Süden gab es vielerorts einen kleinen Wärmeüberschuss.


Stand: 30. Mai 2010, Klimadienste MeteoSchweiz

Die hier publizierten Zahlen sind vorläufige Werte, da nicht alle Messungen der MeteoSchweiz zum Zeitpunkt der Erstellung zur Verfügung standen. Im monatlichen Witterungsbericht sind diese Werte aufdatiert. Der Flash darf unter Quellenangabe „MeteoSchweiz“ ohne Einschränkungen weiterverwendet werden.

 

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