MeteoSchweiz

Das monatliche Klimabulletin der MeteoSchweiz

29. Juni 2010

 

Witterung im Juni 2010

 

Der Juni war wärmer als im Mittel von 1961 bis 1990. Die Besonnung erreichte etwa normale Werte. In weiten Landesteilen fiel vergleichsweise wenig Regen. Im östlichen Mittelland und teils am Alpensüdhang wurden aber übernormale Regensummen gemessen.

 

Sommerlicher Föhnsturm

Der Juni 2010 begann in der Deutschschweiz kühl und regnerisch, im Süden hochsommerlich. Am 4. und 5. Juni war es überall sonnig und zunehmend hochsommerlich. Tags darauf traten besonders im Aaretal örtlich schwere Gewitter auf. Vom 8. bis 10. Juni herrschte dann eine für diese Jahreszeit ungewöhnlich lang dauernde Südföhnsituation. Der Föhn stiess teils bis über die nördlichen Landesgrenzen nach Deutschland vor. In der Nordostschweiz wurden auch die höchsten Temperaturen gemessen. Hier wie im Zentralwallis stiegen sie am 9. Juni lokal auf über 30 Grad.

 

Föhnstimmung über dem Mittelland

Föhnstimmung vom 9. Juni 2010 über dem Mittelland. Foto: Daniel Gerstgrasser.

Schafskälte: Trüb und Wintereinbruch in den Bergen

Mit dem Föhnende folgte eine lange Periode trüben Wetters, welche in der Deutschschweiz vom 12. bis am 22. Juni anhielt. Im Süden begann das sonnenarme Wetter schon am 8. Juni und dauerte bis am 20. Juni. Vielerorts regnete es in dieser Zeit beinahe an jedem Tag. Auf der Alpensüdseite fiel fast die gesamte Regensumme des Monats zwischen dem 6. und 17. Juni. Die Intensität der Niederschläge blieb in einigen Landesteilen gering, besonders im Engadin, im Wallis und im Seeland. Im Mittelland östlich vom Napf bis zum Bodensee gab es vom 17. bis 19. Juni aber sehr ergiebige Regenfälle. Kaltluft setzte sich dabei immer mehr durch, so dass die Schneefallgrenze bis auf etwa 1500 Meter sank. Einige Alpenpässe waren vorübergehend schneebedeckt. Auf dem Berninapass wurden 14 cm Schnee gemessen. Der Kaltlufteinbruch erreichte seinen Höhepunkt am 20. Juni mit 5 bis 8 Grad unternormalen Temperaturen auf der Alpennordseite. In den Niederungen stiegen die Temperaturen an diesem Tag auf maximal 11 bis 16 Grad, im Süden bis 18 Grad. Das früher für die Junimitte typische Phänomen der sog. Schafskälte trat also mit nur leichter Verspätung ein.

 

Mehr zum Thema Schafskälte

 

Hochsommer im letzten Monatsdrittel

Im letzten Monatsdrittel war ein Hochdruckgebiet wetterbestimmend. Die Sonne schien fast ungestört und die Temperaturen stiegen allmählich auf hochsommerliche Werte. Ab dem 27. Juni wurden lokal über 30 Grad gemessen. Zum Monatsende nahm die Gewitterneigung leicht zu.

Monatsbilanz
Der Wärmeüberschuss erreichte meist 1 bis 2 Grad, wobei das geringere Wärmeplus in den tiefen und mittleren Lagen der Alpennordseite registriert wurde. Auf der Alpensüdseite betrug der Wärmeüberschuss verbreitet 2 Grad. Das zwischenzeitliche Sonnenscheindefizit wurde durch das sonnige, letzte Monatsdrittel weitgehend ausgeglichen. Im Mittelland und an den Voralpen gab es teils auch kleine Sonnenscheinüberschüsse. Im Jura sowie in den zentralen und Südwalliser-Alpen verblieben Defizite. Die Niederschlagssummen waren lokal unterschiedlich, überwiegend aber unterdurchschnittlich. Im Seeland, Zentralwallis und Engadin wurden ein Drittel bis die Hälfte der Normalsummen gemessen. Im östlichen Mittelland und vielerorts am Alpensüdhang wurden Überschüsse registriert.



Stand: 28. Juni 2010, Klimadienste MeteoSchweiz

Die hier publizierten Zahlen sind vorläufige Werte, da nicht alle Messungen der MeteoSchweiz zum Zeitpunkt der Erstellung zur Verfügung standen. Im monatlichen Witterungsbericht sind diese Werte aufdatiert. Der Flash darf unter Quellenangabe „MeteoSchweiz“ ohne Einschränkungen weiterverwendet werden.

 

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