Der Föhn bläst nicht zu jeder Jahreszeit gleich häufig. Die klassische alpenquerende Föhnströmung aus Süden, welche in den Föhntälern auf der Alpennordseite typischerweise milde Temperaturen und Schönwetter bringt, ist am häufigsten im Frühling zu beobachten. Deutlich weniger häufig fegt der Föhn im Herbst und im Winter über die Alpen, und eine eigentliche Föhn-Flaute ist im Sommer zu beobachten (Figur 1).
Figur 1: Saisonale Anzahl der Beobachtungstermine (Morgen, Mittag und Abend) mit Föhn in der Zeitperiode 1864-2007 für die Station Altdorf im Urner Reusstal.
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Typische Erscheinungen und Föhnregionen
Die klassische Föhnsituation ist mit einer starken Staubewölkung am Alpensüdhang verbunden. Durch die Hebung der Luftmassen können die Stauniederschläge beachtliche Mengen annehmen. Die Wolkenwand am Alpensüdhang wird von der Nordseite her als sogenannte Föhnmauer wahrgenommen. Nicht selten reichen da-bei die Wolken etwas über den Alpenkamm hinweg nach Norden, so dass auch etwas nördlich des Alpenkamms noch Niederschlag fallen kann.
Mit dem Absinken der Luftmassen lösen sich die Wolken auf. Dieser Bereich mit sehr klarer Luft und fast blauem Himmel wird als Föhnfenster bezeichnet. Mit dem Überströmen des Alpenkamms bilden sich in der Atmosphäre Leewellen. Im Bereich der Wellenrücken bilden sich dabei oft charakteristische linsenförmige Wolken (Altocumulus lenticularis), welche im Volksmund als "Föhnfische" bezeichnet werden.
Figur 2: Schematische Darstellung von typischen Erscheinungen während einer Föhnsituation.
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Nur selten, bei besonders starken Druckgradienten, vermag der Föhn durch die eigentlichen Föhntäler hinaus bis ins Mittelland vorzustossen (z.B. Zürichsee, unteres Reusstal, unteres Aaretal). Föhn tritt alpennordseitig allgemein in den östlichen Landesteilen bevorzugt auf. Im Alpeninnern zeigt Visp die grösste Föhnhäufigkeit, welche sogar die Häufigkeiten von Altdorf oder Vaduz übertrifft.
- Vorderrheintal, St. Galler Rheintal
- Hinterrheintal, Oberhalbstein, Lenzerheide, Landschaft Davos
- Seeztal (Walensee), Toggenburg
- Glarnerland
- Sihltal; Zürichsee (selten)
- Oberes Reusstal; unteres Reusstal (selten)
- Engelberger Tal
- Brünig
- Oberes Aaretal; unteres Aaretal (selten)
- Lütschinentäler
- Kandertal
- Simmental
- Saanetal
- Zentrales Wallis
- Unterwallis
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