Extreme Temperaturen

Extreme Minimum-Temperaturen Extreme Maximum-Temperaturen

 

Extreme Minimum-Temperaturen 

La Brévine im Neuenburger Jura wird traditionell immer wieder zitiert, wenn es um sehr tiefe Temperatur-Werte geht. Seit einiger Zeit wird in den Medien in diesem Zusammenhang aber auch oft die Glattalp (Kanton Schwyz) zitiert. Um diese Werte klimatologisch richtig einordnen zu können, vor allem auch wenn es um den Vergleich mit anderen Rekord-Minimumtemperaturen geht, muss folgendes bedacht werden:

MeteoSchweiz, das Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie, betreibt mehrere Messnetze. Das eine davon ist das sogenannte ANETZ (Automatisches Netz), welches ab 1982 flächendeckend in Betrieb genommen wurde. Weiter ist ein konventionelles Messnetz in Betrieb, d.h. die noch vorhandenen nicht automatischen Messstationen. Daneben betreibt die MeteoSchweiz seit 1992 das sogenannte ENET (Ergänzungsnetz). Es wurde ursprünglich speziell für die Windwarnung eingerichtet. An einigen der ENET-Stationen werden auch Temperaturen gemessen, so z.B. in La Brévine (früher eine konventionelle Messstation).

Neben der MeteoSchweiz als offizielle Bundesinstitution betreiben mittlerweile mehrere Kantone und auch private Unternehmungen meteorologische Messnetze. Auf diese Daten hat MeteoSchweiz keinen Zugriff. Es ist deshalb einsichtig, dass sich MeteoSchweiz als Bundesinstitution bei Anfragen und Mitteilungen auf das offizielle Schweizerische Messnetz stützt.

Auf der Glattalp (Kanton Schwyz), welche, wie oben erwähnt, heute oft im Zusammenhang mit sehr tiefen Temperaturen zitiert wird, betreibt die MeteoSchweiz keine Messstation.


Der kälteste Ort der Schweiz - eine unbeantwortbare Frage


Da kein Messnetz unendlich dicht misst, lässt sich vermutlich immer ein Ort finden, der extremere Bedingungen aufweist als jene an den bekannten Messstandorten. Der folgende Hinweis möge dies verdeutlichen:

1932 wurde im Grünloch bei Lunz am See (Oesterreich) die tiefste je gemessene Temperatur in den Alpen dokumentiert: minus 52,6 °C, so Prof. Dr. Dorninger vom Institut für Meteorologie und Geophysik der Universität Wien. Die Messung stammt vom Grund einer Doline (Karstmulde).

Tieftemperaturen Grünloch bei Lunz am See (Oesterreich)

 

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Extreme Maximum-Temperaturen 

An sehr heissen Sommertagen wird regelmässig die Frage aktuell, ob es sich dabei um eine Rekordsituation handelt, bzw. wie häufig derart hohe Temperaturen überhaupt schon gemessen wurden.

Solche Fragen sind nicht ganz einfach zu beantworten. Der Grund hierfür liegt darin, dass im Laufe der Zeit die Messmethoden stark geändert haben.

Die Messresultate von sommerlichen Maximum-Temperaturen sind stark von der Messmethodik abhängig. Vor der automatischen Messung (das automatische Messnetz ist seit 1982 flächendeckend in Betrieb) befanden sich die Messinstrumente in Wetterhütten, welche durch die intensive sommerliche Strahlung der Sonne je nach Bauart selber mehr oder weniger stark aufgeheizt wurden. Die in der Hütte ruhende Luft erwärmte sich dadurch mitunter stärker als ausserhalb davon. Die Messung erfolgte somit unter ungünstigen Bedingungen. Die heutigen automatischen Messstationen hingegen sorgen ständig für Frischluftzufuhr. Das Aufheizen ruhender Luft ist nicht mehr möglich.

Da in der Vergangenheit mehrere Arten von Wetterhütten in Gebrauch waren, sind die heute automatisch gemessenen Maxima-Werte nicht mehr direkt mit den früheren vergleichbar. Die Werte vor der automatischen Messung würden mit dem heutigen Messverfahren etwa 1 bis 2 Grad oder sogar noch tiefer liegen.